Die Nachbarn haben gefragt & Bezirksvorsteher Papai antwortet

Gespeichert von Chronik-Redaktion am 10. Januar 2018 - 14:22
Tags: Stadt gestalten

Georg Papai beantwortet die Fragen der FragNebenan-Nachbarn

Fragt Floridsdorf! - Bezirsksvorsteher Georg Papai beantwortet die Fragen der FragNebenan-Nachbarn, erzählt von seinem wichtigsten Projekt 2017 und vom Projekt, auf das er sich 2018 am meisten freut:
 

Warum werden in Floridsdorf immer mehr Freiflächen für Wohnbauten geopfert? Werner und zwölf Nachbarn
Wien ist eine wachsende Stadt und jede Woche kommen in die Floridsdorfer Bezirksvorstehung junge Familien mit der Bitte, dass sie eine größere oder neue Wohnung brauchen und diese wenn möglich in Floridsdorf sein soll. Denn die Floridsdorferinnen und Floridsdorfer sind zu Recht stolz auf ihren Bezirk und wollen Floridsdorf auch nicht verlassen. Zusätzlich kommen auch Menschen aus den Bundesländern und aus dem Ausland nach Wien und suchen Wohnraum. Da der derzeitige Bedarf nicht nur durch Dachgeschoßausbauten und Lückenschluss erfüllt werden kann, gibt es eine Neubauleistung. Aufgrund der vorhandenen Freiflächen der Stadt, konzentriert sich diese Neubauleistung auf fünf oder sechs Bezirke. Unter anderem auch auf Floridsdorf. Um leistbaren Wohnraum anbieten zu können, muss Angebot und Nachfrage bestmöglich abgedeckt werden, sonst steigen die Wohnungspreise weiter stark an!

Wir haben im Jahr 2016 ein Drittel der Floridsdorfer Bezirksfläche zum Landschaftsschutzgebiet erklärt und damit nachhaltig vor Verbauung für die nächsten Generationen geschützt. Gleichzeitig gibt es aber auch in Floridsdorf Flächen, auf welchen Wohnbau noch stattfinden kann und wird. Mir als Bezirksvorsteher ist es wichtig, dass die nötige soziale und technische Infrastruktur mit den neuen Wohnbauten mitwächst und wir auch jedes Jahr eine Parkanlage für die Floridsdorferinnen und Floridsdorfer neu errichten oder generalsanieren. Nicht nur am geförderten Wohnungsmarkt boomt Floridsdorf, auch ungeförderte Wohnbauprojekte, welche von Wohnbauträgern selbst errichtet werden, gibt es momentan viele.

Trotzdem erzählen mir die Projektentwickler, dass es lange Wartelisten auf frei werdene Mietwohnungen gibt. Mir ist es wichtig, in den nächsten Jahren die Waage zwischen leistbarem, qualitätsvollem und verträglichem Wohnbau sowie zu erhaltendem Grünraum und Freiflächen zu wahren.


Bezirksvorsteher Georg Papai beantwortet die Fragen der FragNebenan-Nachbarn. Copyright Foto Wilke

 

Wann werden der Schlingermarkt, der Floridsdorfer Spitz und die Floridsdorfer Hauptstraße aufgewertet? Johann, Claudia, Irene und acht Nachbarn
Der Schlingermarkt ist dem Bezirk Floridsdorf ein Herzensanliegen. Ist er doch Nahversorger und Kommunikationsdrehscheibe für die Floridsdorferinnen und Floridsdorfer zu gleichen Teilen. Außerdem ist es der letzte Markt in Transdanubien. Deshalb hat die Bezirksvorstehung Floridsdorf gerade eine Machbarkeitsstudie für positive Veränderungen in Auftrag gegeben und wird im Jahr 2018 ein Leitbild für den Schlingermarkt beschließen. Dieses soll zum Inhalt haben, in den nächsten Jahren nicht mehr „in den Tag hinein zu arbeiten“ und einzelne Verbesserungen umzusetzen, die am Ende kein neues Gesamtbild ergeben, sondern eine Vision, wie wir uns den Schlingermarkt in den nächsten Jahren wünschen und vorstellen. Danach soll Mosaikstein für Mosaikstein umgesetzt werden, so dass es am Ende ein neues Gesamtbild ergibt. Klar ist auch, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer des Schlingermarktes ihren Beitrag leisten müssen. Derzeit schaffen es die Unternehmer nicht, gemeinsame Kernöffnungszeiten zu vereinbaren beziehungsweise diese einzuhalten. Dies ist eine Grundbedingung, damit die Konsumentinnen und Konsumenten wieder einen attraktiven Markt, auf welchem es auch das gesamte Lebensmittelsortiment gibt, vorfinden.

Rund um den Floridsdorfer Spitz haben wir derzeit viele Projekte, die die Aufenthaltsqualität und den öffentlichen Raum erhöhen und verbessern, in Arbeit, in Umsetzung, in Planung oder auch schon abgeschlossen. So gibt es eine ständige Arbeitsgruppe für den Franz-Jonas-Platz, welche vor allem eine starke Verbesserung in puncto Sicherheit mit sich gebracht hat. Die öffentliche Beleuchtung wurde verstärkt und durch ein neue Sicherheitsoffensive zwischen Bezirk und der Floridsdorfer Polizei wurde eine Erhöhung der Polizeipräsenz rund um den Bahnhof erzielt.

Weiters wurden wichtige Wohnbauten im Bezirkszentrum saniert beziehungsweise von Wohnbaustadtrat Herrn Dr. Michael Ludwig die initierte Blocksanierung konzipiert oder angeregt. Der Bezirk hat auch auf der Einfahrtsschneise der Floridsdorfer Hauptstraße eine Verengung der Fahrspur vorgenommen um den reinen Durchzugsverkehr durch das Bezirkszentrum zu minimieren und zu motivieren, über das höherrangige Straßennetz, nämlich auf die Donauuferautobahn und die Nordbrücke, auszuweichen. All jene Floridsdorferinnen und Floridsdorfer, welche zufahren wollen, sollen dies auch weiterhin können und durch das Projekt Hochgarage Interspar oder durch das gerade in Bau befindliche Projekt Tiefgarage Pius-Parsch-Platz auch Parkplätze vorfinden. Nach der Fertigstellung des Projektes Tiefgarage Pius-Parsch-Platz wird der Bezirk mit der zuständigen Fachdienststelle Magistratsabteilung 28 - Straßenverwaltung und Straßenbau eine Oberflächenneugestaltung des Pius-Parsch-Platzes und der Pius-Parsch-Platz-Promenade um rund zwei Millionen Euro vornehmen. Dieses Projekt wird sich durch eine neue und hohe Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes auszeichnen. Eines der zentralen Elemente wird ein Wasserspiel sein. Gleichzeitig haben wir viele kleine Verbesserungen rund um das Bezirkszentrum umgesetzt. Wie zum Beispiel die neuen Sitzbänke vor dem Amtshaus, neue Fußgängerrelationen und Beleuchtungen in der Müllerpassage oder das arbeitsmarktpolitische Projekt mit den neuen Sitzbänken entlang des Bildungshighways Franklinpromenade sowie der neue Park in der Bodenstedtgasse.

 

Welche geplanten Bauvorhaben gibt es in Floridsdorf und welche Flächen werden dafür verwendet? Gisela und zehn Nachbarn
Es gibt unzählige Bauvorhaben in Floridsdorf, welche auf vorhandenen Flächen, die aufgrund des Flächenwidmungsplanes zur Verbauung vorgesehen sind, möglich sind. Der Flächenwidmungsplan kann auf der Homepage der Stadt Wien eingesehen werden.

 

Wann kommt endlich ein Parkpickerl in Floridsdorf? Christine und acht Nachbarn
Mir ist bewusst, dass es rund um starke Öffi-Knotenpunkte wie Floridsdorf oder die U1 Station Leopoldau und Kürschnergasse zu einem Mangel an Parkplätzen kommt. Wir versuchen mit der zuständigen Fachdienststelle und der Floridsdorfer Verkehrskommission dies insoweit zu verbessern, indem wir temporäre Kurzparkzonen verordnen und damit die Parkplätze für Pendlerinnen und Pendler ungeeignet machen. Rund um die Nordrandsiedlung bei der U1 Station Leopoldau ist uns das auch sehr gut gelungen. Viele Gespräche, die ich tagtäglich mit den Floridsdorferinnen und Floridsdorfer führe, legen mir ganz klar den Schluss nahe, dass es in Floridsdorf keine Mehrheit und kein Verständnis für ein Parkpickerl geben würde. Daher ist ein Parkpickerl auch für Floridsdorf nicht angedacht.

 

Werden zusätzliche Radwege gebaut? Silvia und sechs Nachbarn
Ja, es werden zusätzliche Radwege in Floridsdorf errichtet. Alle Straßen, die ein Befahren gegen die Einbahn aufgrund des Straßenquerschnittes zulassen und in Kompetenz des Bezirkes sind, hat der Bezirk bereits vor einigen Jahren durch Verordnungen entsprechend gekennzeichnet. Derzeit arbeiten die Fachdienststellen gerade an einem neuen Radwegprojekt auf der Brünner Straße im Abschnitt von Am Spitz bis zur Katsushikastraße. Das Projekt wurde bereits einmal in der Floridsdorfer Verkehrskommission präsentiert und es gibt noch einige Dinge, die es zu verbessern und besprechen gilt. Aus heutiger Sicht wird dieser Radweg, welcher sich auf einer Bundesstraße befindet und somit nicht in der unmittelbaren Umsetzungskompetenz des Bezirkes liegt, im Jahr 2018 errichtet werden.

 

Was war Ihr wichtigstes Projekt im Jahr 2017?
Das wichtigste Projekt im Jahr 2017 war die Eröffnung der neuen Parkanlage Waldpark Koloniestraße in Jedlersdorf.

 

Auf welches Projekt von 2018 freuen Sie sich am meisten?
Am meisten freue ich mich 2018 auf das Projekt Pius-Parsch-Platz und die Pius-Parsch-Platz-Promenade.

Kommentare

Da hätte ich mir von BV schon eine Antwort gewünscht, das ich mir die Flächenwidmungspläne anschauen kann, weiß ich selbst. Es hat mich nicht interessiert wo es möglich ist zu verbauen, sondern wo es bereits geplante Bauvorhaben gibt.

Der Park zwischen Carrogasse und Berzeliusgasse verkommt immer mehr. Die Gehwege rund um den Park herum gehören schon seit Jahren einmal erneuert. Es gibt im Park keine Blumen mehr - Ausnahme eine kleine Stelle mit Rosen. 3 Bänke stehen genau unter den Bäumen, wo es keine Wiese gibt. Dafür nach jedem Regen jede Menge Gatsch.
Die kleine Wiese direkt am Berzeliusplatz ist nur mehr mit Gummistiefel zu betreten. Alles voll Hundekot von vorwiegend großen Hunden. Früher gab es hier schöne Blumenbeete, jetzt gibt es leere Dosen, Papier usw. Ich denke vermehrte Kontrolle der Wast Watcher wäre angebracht. Im Sommer beschweren sich die Mieter über den Gestank des Hundekots. Eventuell könnte man das Übel mit einen kleinen Einzäunung beheben

Typisch Politiker

“W ist eine wachsende Stadt….Denn die Floridsdorferinnen sind zu Recht stolz auf ihren Bezirk“. Wenn´s mit der Logik abseits der Sprache ähnlich ausschaut, …

„Zusätzlich kommen auch Menschen … aus dem Ausland nach Wien und suchen Wohnraum.“

Dann wird aber nicht eintreten, was Papai postuliert, nämlich „um leistbaren Wohnraum anbieten zu können, muss Angebot und Nachfrage bestmöglich abgedeckt werden, sonst steigen die Wohnungspreise weiter stark an!“ und ist das „Mir ist es wichtig, in den nächsten Jahren die Waage zwischen leistbarem, qualitätsvollem und verträglichem Wohnbau sowie zu erhaltendem Grünraum und Freiflächen zu wahren“ kaum glaubwürdig.

Zudem steht die letzte Aussagen Papais im Widerspruch zu dem nächsten Zitat „Es gibt unzählige Bauvorhaben in Floridsdorf“.

Ohnehin und insgesamt recht mager, was der BVst zu den gesammelten Anliegen zu sagen hat. Ein wenig mehr zur Sache statt seines Portraits hätte mehr überzeugt.

Da bin ich ganz deiner Meinung.

Würde man die leerstehenden Gemeindewohnung rascher bzw. überhaupt sanieren, bei mir sind 5 Wohnungen (!) leer bzw. unbewohnt, schon seit Jahren, könnte man die Bautätigkeit eindämmen, die alten bestehenden Wohnungen wären auch billiger, aber man erbaut ja lieber und vermietet teuer!

Außer Ausländer wollen eh keine nach Wien, die Österreicher die hier lebten sind großteils schon nach NÖ ausgewandert. Wir waren mal stolz auf unserem Bezirk, das hat sich leider geändert!