Fragt die Leopoldstadt! BV Lichteneggers Antworten

Gespeichert von Chronik-Redaktion am 19. Februar 2018 - 12:17
Tags: Stadt gestalten

Portrait Uschi Lichtenegger pflanzt einen Baum

Fragt der Leopoldstadt! Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger beantwortet die Fragen der Nachbarinnen und Nachbarn, gibt einen kurzen Rückblick auf 2017 und Ausblick auf 2018:

 

Kann der rote Touristenbus von den kleinen Gassen ferngehalten werden, um die laufend dadurch entstehenden Staus zu verhindern und die Gefahr für entgegenkommende Radfahrer zu senken?

Die Lizenz läuft bis 2020. Ich habe schon letztes Jahr Gespräche mit den Betreibern der Touristenbusse begonnen, um sie rechtzeitig zu informieren, dass der Bezirk keine Linienführung in den Wohngebieten unterstützt. Ich bin zuversichtlich, dass wir bald ein positives Ergebnis vorweisen können.

 


Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger beantwortet die Fragen der FragNebenan-Nachbarn. Bild: Martin Juen

 

Könnte bei der Franzensbrückenstraße eine Fußgängerampel oder zumindest ein Zebrastreifen geschaffen werden, um das Queren für Fußgänger sicherer zu machen?

Das ist sehr schwierig. Hier gab es bereits einige Überlegungen, die Querungen auf Höhe der Hofenedergasse zu erleichtern. Aber keine brauchbare Lösung. Das Problem sind der Gleiskörper in der Mitte und fehlende Aufstellflächen für FußgängerInnen in der Mitte der Straße. Ein Zebrastreifen alleine scheidet aus, weil die Straßenbahn auch am Zebrastreifen Vorrang hat und wenn 2 Straßenbahnen gleichzeitig kommen, müssten die FußgängerInnen direkt auf der Straße stehen bleiben. Das birgt ein nicht verantwortbares Sicherheitsrisiko.
Eine Ampel ändert daran nicht viel, weil wegen der Bevorrangung der Tram diese die Ampel für sich auf Grün schalten würde und es wieder keine Aufstellflächen für die FußgängerInnen geben würde. Außerdem ist die Straße dort sehr breit (4 Autospuren, der Radweg und der Gleiskörper – ca. 25m). Das würde also sehr lange Wartezeiten für den Autoverkehr und für die FußgängerInnen nach sich ziehen. Würde man hingegen Aufstellflächen schaffen, so müsste man die Franzensbrückenstraße in diesem Bereich auf je eine Fahrspur einengen.

Ich bin hier mit den Fachdienststellen der Stadt Wien im laufenden Kontakt und werde diese bitten, weiter über Verbesserungsmöglichkeiten nachzudenken.

 

Was kann getan werden, dass die 30er-Zonen (auch von Motorradfahrern) besser eingehalten werden?

Für die Überwachung der Geschwindigkeitsbegrenzungen ist die Polizei zuständig. Ich nehme ihre Anregung gerne auf und werde die Polizei bitten, dass sie zu Beginn der Motorradsaison den Tempo-30-Zonen im Bezirk eine erhöhte Aufmerksamkeit widmen.

Um aber auch ein Bewusstsein zu schaffen hat der Bezirk im vergangenen Jahr ein mobiles Tempomessgerät angeschafft, das auch in solchen Zonen zum Einsatz kommen kann. Aufwendige straßenbauliche Maßnahmen sind bei undisziplinierten Motorradfahrern meist nicht zielführend.

 

Kann der gegen die Einbahn laufende Radweg in der großen Sperlgasse sicherer gemacht werden,  z.B. indem er am Boden markiert wird?

In Wien werden Radwege nicht mehr durchgehend markiert. In Kreuzungsbereichen, die als Problemzonen ausgewiesen sind, wird der Radweg wenige Meter abmarkiert und mit Piktogrammen versehen. Ich werde die zuständigen Fachdienststellen beauftragen die Situation in der Großen Sperlgasse zu prüfen und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten und vorzulegen.

 

Ist eine stärkere Beleuchtung rund um die Prater-Hauptallee (vor allem am Ende zum Praterstern) geplant? Teilweise ist es hier viel zu dunkel.

Im heurigen Budget sind keine Mittel für eine stärkere Beleuchtung am Beginn der Prater Hauptallee vorgesehen. Aufgrund der hohen Kosten muss hier ein Projekt ausgearbeitet und mit den Fraktionen des Bezirks zumindest mit einer mehrheitlichen Zustimmung verhandelt werden, um im darauffolgenden Jahr – 2019 - in das Budget aufgenommen zu werden. Folgende Projekte habe ich für die kommenden Budgetverhandlungen vorbereiten lassen:

  • Lückenschluss Hauptallee rechte Seite Beleuchtung Fußweg zwischen Sportklubstraße bis zu Beginn der bestehenden Beleuchtung.
  • Verstärkung auf der rechten Seite der Hauptallee in 2 Varianten:
    • zusätzlich 8 Lichtpunkte; 
    • zusätzlich 8 Lichtpunkte inkl. Tausch aller Leuchten der bestehenden Anlage (17Stk.) um die Hell/dunkel Übergänge zu minimieren.

 

Was war Ihr wichtigstes Projekt im Jahr 2017?

Zwei Herzensanliegen: Unsere Kinder müssen sich, wie auch ältere oder gehbehinderte Menschen, gut und sicher im Straßenbereich bewegen können. Daher habe ich mein erstes Jahr in neuer Funktion genützt, um in diesem Bereich verstärkt Akzente zu setzen. Das heißt: Schulwegsicherung, Temporeduzierung, mehr Zebrastreifen und Gehsteigvorziehungen um die Sichtbeziehungen zwischen AutofahrerInnen und FußgängerInnen zu verbessern wie im Volkertviertel in der Darwingasse. In der Sebastian-Kneipp-Gasse wurde der Gehsteig verbreitert. Die Wohnstraße Wehlistraße ist durch Setzung von Pollern endlich wirklich zur ruhigen Wohnstraße geworden und die Konfliktzone zwischen RadfahrerInnen und FußgängerInnen am Praterstern vor dem Gasthaus Hansy wurde entschärft. Weiters wurden im Bezirk vier Tempo-30-Piktogramme angebracht.

Die Klimakatastrophe macht auch vor der Leopoldstadt nicht halt. Eine Folge ist ein rasantes Bausterben. Seit 2013 mussten hunderte Bäume aus Krankheits- oder Sicherheitsgründen im öffentlichen Raum gefällt werden. Wie jeder private Grundeigner ist auch die Stadt Wien/der Bezirk verpflichtet, dafür Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Leider wurde das, aus welchen Gründen immer in den letzten Jahren in der Leopoldstadt vernachlässigt und es bildete sich ein beträchtlicher Rückstand. Dabei sollte die Stadt sollte hier Vorbild sein. Ich hab mich daher entschlossen, diesen Rückstand abzubauen und veranlasst, dass bereits im vergangenen Jahr mehr als 300 Bäume im Bezirk gepflanzt wurden. An diesem Weg werde ich allein aus Klimaschutzgründen auch in den nächsten Jahren festhalten.

 

Auf welches Projekt von 2018 freuen Sie sich am meisten?

Für den Bezirk ist das Gedenkjahr 2018 - 80 Jahre Anschluss – sehr wichtig, trägt doch die Leopoldstadt, auch „Mazzesinsel“ genannt, als der jüdische Bezirk in Wien aufgrund der Geschichte in einem hohen Maß Verantwortung für die Erinnerungskultur in unserer Stadt. So sind zahlreiche Projekte, die vom Bezirk gefördert werden, geplant, z.B. das Online-Tool „Memento Wien“ des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands wird auf den zweiten Bezirk ausgeweitet. „Memento Wien“ macht über einen interaktiven Stadtplan die letzten Wohnadressen jüdischer BewohnerInnen mit einer Reihe von Archivdokumenten und Fotos zu Personen und Gebäuden sichtbar. In der Tempelgasse entsteht das „Memorial Leopoldstädter Tempel“, der bis zu seiner Zerstörung im November 1938 die größte Synagoge Österreichs beheimatete. Für mich gilt: Der zweite Bezirk stellt sich seiner Verantwortung und setzt Zeichen gegen das Vergessen.

 

Kommentare

Leider wurde meine Anfrage, nach der Parkgenehmigung auf der Praterstraße (mit Parkpickerl 2. und ohne Parkuhr-Zeitbeschränkung 1,5 Std. ) nicht beantwortet, obwohl jede Menge Mit-Frag-NebenanerInnen dies auch befürworten. Praterstraße und Taborstraße sind derzeit ja ausgenommen, trotz der Parkplatzmisere in diesem Gebiet. es wäre ein Leichtes, dem entgegenzuwirken (gabs ja schon mal). Also bitte sich auch dieses Anliegen genauer anzusehen. Danke

Die Rotensterngasse wird im Bereich der Zirkusgasse umgebaut. Wurden die Anreiner mit einbezogen? Ein Kontrolle der Geschwindigkeitsbeschränkung - 30km/h Zone findet nicht statt. Kann bei der Umgestaltung eine Verkehrsberuhigung z.B. durch eine Bodenschwelle eingebaut werden.

Leider wir nicht geantwortet, stattdessen wird im 2.Bezirk das Bezirksamt geschlossen! SUPER

Bezugnehmend auf die Einhaltung der Tempo 30er Zone: die mobilen Messgeräte helfen schon, aber sobald sie weg sind, hält sich niemand mehr daran. Kann man nicht einfach mehr davon anschaffen und sie dauerhaft aufstellen? Rotensterngasse, Große Mohrengasse, Taborstraße und auch viel mehr Verkehrsschilder sollte man aufstellen. bei der Polizei habe ich schon vor längerer Zeit nachgefragt und das hat genau gar nichts gebracht!