Fragt Neubau! BV Reiters Antworten auf eure Fragen

Gespeichert von Chronik-Redaktion am 16. Februar 2018 - 10:40
Tags: Stadt gestalten

Portrait Markus Reiter

Fragt Neubau! Bezirksvorsteher Markus Reiter beantwortet die Fragen der Nachbarinnen und Nachbarn rund um Verkehrsberuhigung, Parkraumbewirtschaftung und den Johann-Strauss-Park.

 

Wie geht es mit der Verkehrsberuhigung & Auswertung (Leerstände, etc.) in der Burggasse und in der Neustiftgasse weiter?

Ich setze mich für eine Verkehrsberuhigung und vor allem für eine Senkung der Geschwindigkeitsgrenze in der Busspur in der Neustiftgasse sowie in der Burggasse ein. In der Burggasse wurden bereits vom Bezirk gezielt verschiedene bauliche Maßnahmen gesetzt, damit die Straße nicht mehr als reine Durchzugsstraße wahrgenommen wird und die eine Verkehrsberuhigung zum Ziel haben: An manchen Stellen wurden Gehsteige verbreitert und Sitz- und Verweilmöglichkeiten für FußgängerInnen und AnrainerInnen eingerichtet. Auch wurden Bäume und andere Pflanzen gepflanzt. Ähnliche Maßnahmen haben wir in der Neustiftgasse begonnen. Diese Maßnahmen sollen in Zukunft weitergeführt werden.
Die Bezirksvertretung Neubau hat erreicht, dass im gesamten Bezirk Tempo 30 besteht, mit Ausnahme der Straßen, in denen es öffentliche Verkehrsmittel gibt. Diesen positiven Prozess für die Anwohnerinnen und Anwohner gilt es weiter zu führen. Die Argumente für eine Temporeduzierung liegen auf der Hand: Tempo-30 bedeutet mehr Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen, weniger Lärm und weniger Feinstaubbelastung. Besonders rund um Schulen, PensionistInnenwohnhäuser und andere öffentliche Einrichtungen ist Tempo-30 daher ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit. In einem dicht verbauten Bezirk wie Neubau trägt Tempo-30 wesentlich zu mehr Lebensqualität bei. Deswegen setze ich mich auch für eine Temporeduzierung in den Straßen Neubaus ein, die aus der Tempo-30-Regelung des Bezirks ausgenommen sind. Ein besonderes Thema sind vor allem die Neustiftgasse und die Burggasse. Hier erreichen besonders viele Beschwerden aus der Bevölkerung und vor allem von SchülerInnen die Bezirksvorstehung: Bei unserem Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekts bekommen wir von den Schülerinnen und Schülern jedes Jahr gesagt, dass die Autos zu schnell und zu laut sind. Ich fordere daher auch und vor allem im Interesse der Kinder Tempo-30 für Busse, Fahrtendienste und Taxis in der Busspur. Aus diesem Grund bin ich mich mit den Wiener Linien in Kontakt. Ein Problem ist, dass die Burg- und die Neustiftgasse Haupt-Einfahrts- und Ausfahrtsstraßen der Stadt sind - deswegen ist das Verkehrsaufkommen hier besonders dicht. Weitere Maßnahmen, die vom Bezirk zur Verkehrsberuhigung durchgeführt werden, sind regelmäßige Verkehrszählungen und das Aufstellen von sichtbaren Geschwindigkeitsmessgeräten.

Betreffend Leerstand in den besagten Straßen gibt es keine konkreten Zahlen bzw. Auswertungen, da es keine zentrale Meldestelle, die solche Daten sammelt bzw. an der Leerstände gemeldet werden. Es geht mir um die Attraktivierung der Straßen, damit auch wieder ein Anreiz besteht diese Lokalitäten zu nutzen. Genau aus diesem Grund sind Maßnahmen wie Verkehrsberuhigung nicht nur eine Maßnahme zur Steigerung der Lebensqualität, sondern auch ein Beitrag für das wirtschaftliche Umfeld im Bezirk.

 

Bezirksvorsteher Markus Reiter beantwortet die Fragen der FragNebenan-Nachbarn.  Copyright: Sabine Hauswirt



Könnte der Johann-Strauss-Park vitalisiert werden, sodass er besser als Naherholungsgebiet genutzt werden kann?

Wir sind ein Bezirk mit relativ wenig Parkanlagen, sind aber sehr stolz darauf, dass wir alle Parks in Neubau in den letzten Jahren neu gestaltet und qualitativ aufgewertet haben.  Den Abschluss bildet heuer die Neugestaltung und Modernisierung der größten Parkanlage Neubaus, der Josef Strauß-Park. Für diese umfassende Umgestaltung nimmt der Bezirk über eine Millionen Euro in die Hand,  ein Teil soll von der EU kofinanziert werden. Viele der Vorhaben sind aus Wünschen und Anregungen von Kindern und Jugendlichen entstanden, die beim Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt des Bezirks "Ich mach' mit ihn Neubau" teilgenommen haben. Ich möchte Ihnen hier ausführlich darstellen was wir zur Revitalisierung bist Herbst leisten wollen.
Im Eingangsbereich Kaiserstraße wird der dichte Strauchbestand entfernt und damit übersichtlicher und freundlicher. Weiters werden wir die Beleuchtung im gesamten Park ausbauen und somit verbessern. Der Eingangsbereich Enzingergasse wird vergrößert und mit einem Stromanschluss ausgestattet, damit an diesem Standort diverse Veranstaltungen stattfinden können. Die bestehenden Wegebeläge  werden abgebrochen und mit hellem Asphaltbeton ersetzt. Diese neuen Wegeflächen werden barrierefrei.
Das bestehende Spielangebot wird mit einem großzügigen Wasserspielplatz mit einem Pumpbrunnen und einer Sand-Matsch-Zone ergänzt.
Zusätzliches Bewegungsangebot für Jugendliche, ergänzend zu den bestehenden Outdoor-Fitness-Geräten und den beiden Boulderwänden, wird mit der Errichtung einer kleinen Calisthenics-Anlage geschaffen.
Im nördlichen Parkbereich, ist geplant,  in Abstimmung mit den AnrainerInnen,  einen Gemeinschaftsgarten zu errichten. Wir haben daher die Gebietsbetreuung mit der Initiierung beauftragt. Die Gebietsbetreuung begleitete auch ein Beteiligungsprojekt mit SchülerInnen bezüglich die Neugestaltung des Salettls und das Design dieses modernen dreiteiligen Salettls wurde intensiv mit den Jugendlichen abgestimmt. Die Ballspielbereiche und die Spielplatzbereiche bleiben im Bestand erhalten, woebi einige Spielgeräte werden durch passendere und/oder modernere ersetzt werden.
Der Park wird zusätzlich mit neuen Sitzbänken, Tisch-Bank-Kombinationen, multifunktionalen Jugendsitzmöbeln, Trinkbrunnen und  Abfalleimern ausgestattet. Der gesamte Park wird übersichtlicher, freundlicher und damit einladender.

Die Arbeiten dazu beginnen schon im Frühling. Der Park wird während der Umbauzeit nur abschnittsweise gesperrt, damit er auch während der Bauarbeiten für die ParkbesucherInnen zugänglich ist.
Ich freue mich auf den neuen Josef-Strauß-Park und  präsentieren zu dürfen und lade Sie jetzt schon herzlich zum großen Eröffnungsfest diesen Herbst ein!


Könnte die Parkgebühr für Gebiete mit Jahresbaustellen (wie. z.B. Seidengasse) gesenkt werden?

Grundsätzlich muss man sagen, dass die Stadt Wien mit dem Parkpickerl ihren BewohnerInnen im internationalen Vergleich eine sehr preiswerte Möglichkeit zum Dauerparken bietet. Konkret bedeutet das: Nein, eine temporäre Senkung ist nicht möglich, die Parkpickerlgebühr ist eine Abgabe und die Höhe der Gebühr ist Nutzungsunabhängig.
Die Festsetzung von Parkgebühren an sich fällt nicht in den Wirkungsbereich der Bezirke.  Dennoch sehe ich meine Verantwortung darin das gute Zusammenleben im Bezirk zu fördern. Deshalb arbeite ich mit verschiedenen GaragenstellplatzanbieterInnen im Bezirk zusammen, um vor allem zur Weihnachtszeit (hier ist der Bezirk und somit die BewohnerInnen vom Weihnachtseinkaufsverkehr besonders betroffen) ermäßigte Garagenstellplatzangebote für BezirksbewohnerInnen zu ermöglichen. Außerdem kooperiert die Bezirksvorstehung mit der Parkgarage im Museumsquartier und konnte ein Kontingent mit ermäßigten Stellplätzen für BezirksbewohnerInnen erwirken. BezirksbewohnerInnen können sich diesbezüglich direkt an die Bezirksvorstehung wenden und ich Stelle den Kontakt her.
Ich weiß jedoch, dass die Parkplatz-Situation im Bereich Lindengasse und Seidengasse aufgrund der aktuellen und auch bevorstehenden Baustellen leider recht angespannt ist. Und auch im Hinblick auf den geplanten U-Bahnbau würde ich es sehr begrüßen, wenn für die betroffenen Anrainerinnen und Anrainer günstige Garagenplätze angeboten werden würden, sei es mit Unterstützung der Wiener Linien und/oder der Stadt.


Was wird getan, um die Parkplatzsituation in der Westbahnstraße, die durch die vielen Schanigärten & Baustellen noch schlechter geworden ist, zu verbessern?

Der öffentliche Raum ist für alle da und der ruhende Verkehr nimmt einen Großteil dieses Raums ein. Schanigärten gehören zum Stadtleben dazu und auch Baustellen lassen sich leider nicht vermeiden. Ich setze mich immer dafür ein, dass Auflagen eingehalten werden und negative Auswirkungen von Baustellen auf BezirksbewohnerInnen weitest möglich eingeschränkt werden.
Der Bezirk arbeitet stets daran auch die Parkplatzsituation in allen Bereichen des Bezirks zu verbessern: aktuell soll heuer die Anzahl der AnrainerInnenparkplätze im Bezirk deutlich erhöht werden und auch im Bereich der Westbahnstraße zwischen Kaiserstraße und Neubaugasse werden zahlreiche AnrainerInnenparkplätze eingerichtet. Gleichzeitig möchte ich einladen, auch alternative Mobilitätsangebote wie carsharing auszuprobieren, von denen es im Bezirk bereits einige gibt. Mein Ziel ist es, diese Angebote in den kommenden Jahren massiv auszubauen
.

Was tut der Bezirk, um des Problems Hundekot (v.a. in kleinen Gassen wie der Bernardgasse) Herr zu werden?

So wie in allen Bezirken Wiens gibt es auch in Neubau HundebesitzerInnen, die nicht die Hinterlassenschaften ihrer Hunde wegräumen. Das ärgert mich auch! Ich gehe Beschwerden aus der Bevölkerung nach und veranlasse regelmäßig gezielte Reinigungen. Die Wastewatcher sind auch in Neubau aktiv und die Zusammenarbeit mit der MA 48 ist hier sehr gut: Es werden regelmäßig Kehrungen vorgenommen und Straßen und Gehsteige gereinigt. Hundekotsackerlspender und Hinweistafeln werden überall, wo es Sinn macht angebracht. Es werden auch regelmäßig Menschen - vor allem Kinder und Jugendliche - bei Aktionen unterstützt, die die Aufmerksamkeit betreffend Verschmutzungen durch Hundekot erhöhen sollen. Ich kann nur an HundebesitzerInnen appellieren, im Sinne eines guten Zusammenlebens, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu beseitigen.

Was tut die Bezirksvorstehung für den Erhalt des Amerlinghauses als Treffpunkt für politischen Austausch, Kunst und Kultur?

Ich bin mir der Bedeutung des Amerlinghauses für den Bezirk und wichtiger Knoten- und Treffpunkt für engagierte BürgerInnen und Initiativen bewusst. Auch findet dort eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen statt. Im Amerlinghaus ist zum Beispiel das Bezirksmuseum Neubau angesiedelt, in dem viele Projekte und wechselnde Ausstellungen unter der Leitung der Vorsitzenden der Kulturkommission Neubau, Ursula Berner, organisiert werden. Unterstützung erfährt das Amerlinghaus zum Beispiel indirekt aus Mitteln des Bezirkes: Ausstellungen, Preisverleihungen, Diskussionsveranstaltungen und andere Initiativen werden über Subventionsansuchen der dort tätigen Vereine gefördert und tragen so dazu bei, dass das Amerlinghaus ein lebendiger Ort bleibt.

 

Orte:  1070 Neubau

Kommentare

Danke für das intensive, detaillierte Angebot an Unterstützungen, bitte weiter so... Erna Schaufler

Sehr informativ, danke! Ich hoffe, dass so Fragestellungen nicht einmalig bleiben, denn es ergeben sich ja immer wieder Probleme. Ich denke nur an das Rauchverbot (und ich denke es wird doch kommen). Dann wird auf der Gasse geraucht und mit einem Bier in der Hand verlagert sich alles hinaus. Mit der Nachtruhe um 23.00 wird es dann vorbei sein.

Klingt alles sehr gut! Was mir fehlt ist das Thema Fahrradabstellplätze. Diese sind meist völlig überfüllt, speziell abends find ich kaum eine Möglichkeit. Vor einigen Jahren wurde mein Haus völlig umgebaut. Viele Eigentumswohnungen entstanden, meist vermietet. Der damalige Besitzer versprach Fahrradabstellplätze, leider nicht schriftlich festgehalten. Er verkaufte schließlich sang- und klanglos alle Mietwohnungen samt langjährigen Mietern. Kein Abstellraum wurde errichtet, obwohl in der damals geschaffenen Garage es geradezu ideale Bedingungen dafür gegeben hätte. Ich bezweifle, dass ohne gesetzliche Grundlage eine vernünftige Lösung entsteht. Zudem will unsere Hausverwaltung alles Private aus den allgemein zugänglichen Bereichen des Hauses verbannen, also auch unsere Fahrräder.

Sehr geehrter Herr Bezirksvorsteher, mir ist etwas eingefallen :
Könnten Sie sich dafür einsetzen, dass wir weiterhin - trotz U2/U5 - eine gute Verkehrsanbindung an die U2 haben ? zB 48A bis Rathaus ?