Aktiv sein in der Nachbarschaft – wie Sabine aus Neubau

Gespeichert von Angela am 11. Februar 2016 - 12:35
Tags: Lieblingsnachbarn

Nachbarin Sabine ist ein gutes Beispiel, wie man in der Nachbarschaft aktiv sein kann

Wer im siebten Bezirk wohnt und bei FragNebenan mitmacht, kennt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit. SabineD ist sehr aktiv in der Nachbarschaft – auch über den Bezirk hinaus. Sie schreibt viele Beiträge, derzeit sind es 424, hat 125 Danke gesammelt und auch einige Gruppen gegründet, darunter Gemeinsam Spieleabende veranstalten oder CINEASTEN. Sabine ist vielseitig interessiert. Bestimmt auch, weil sie lange als Journalistin gearbeitet hat und noch immer in dem Bereich arbeitet. Inzwischen schreibt sie eher für sich. Unter anderem sollen ein Kinderbuch und ein Drehbuch publiziert werden, Letzteres ist an eine wahren Begebenheit angelehnt. 

Klein, aber oho: Neubau 

Ihr Grätzl hat sie sehr gern, mehr noch: „Ich liebe den siebten Bezirk, er hat für mich alles, was man so braucht. Es gibt da irrsinnig viele Gschäftln, die's sonst nicht mehr so gibt. Und alles ist ein bisschen, ich sag mal, nicht ganz akkurat. Früher war's noch extremer, es ist so ein richtiger Künstlerbezirk gewesen, auch von den Häusern her. Und da er nicht so groß ist – der zweitkleinste von Wien –, kennt man schon mal die Leute auf der Straße. Oft grüßt man sich sogar im Laden, obwohl man nichts voneinander weiß. Einfach nur, weil man sich vom Einkaufen oder vom Spazieren kennt.” 

Es gibt auch nette Lokale. Ich wohne ja schon lange dort, gehe viel mit den Hunden spazieren und entdecke doch immer wieder was Neues. In den letzten Jahren, als die Preise so gestiegen sind, haben ja ein paar Ladengeschäfte zugesperrt. Das wurde aber ganz gut aufgefangen vom Bezirksvorsteher. Der unterstützt es, dass die kleinen ehemaligen Gschäftln wieder belebt werden. So haben sich relativ viele kleine Firmen ansiedeln können, auch Architekten oder Fotografen, die sich in diesen ehemaligen kleinen Straßenlokalen ihr Büro gemacht haben. Diese Maßnahme belebt das Straßenbild und bringt viele Leute in den Bezirk hinein, anstatt dass da was leer steht.”

Aktiv sein in der Nachbarschaft - Nachbarin Sabine verrät, wie es geht

Bei FragNebenan findet Sabine toll, „dass man es selber gestalten kann. Mit Gruppen kann man einfach eigene Ideen einbringen. Bei mir ist meine Spielegruppe sehr schnell sehr gut angekommen. Womit ich selber nicht gerechnet habe, denn ich habe es schon auf Facebook probiert, doch dort hat sich nie wirklich was getan. Auf FragNebenan hat sich das irrsinnig schnell verselbstständigt. Dadurch haben sich auch Bekanntschaften und sogar Freundschaften entwickelt. Das ist echt schön. Man trifft dabei unterschiedlichste Leute und wenn man sich sympathisch ist, ergibt sich, dass man sich eventuell noch einmal trifft oder was gemeinsam unternimmt oder sich gegenseitig aushilft, wenn man in der Nähe wohnt.” 

Sabines Tipps für FragNebenan

FragNebenan ist im siebten Bezirk gestartet. Und so ist Sabine fast seit Anfang mit dabei. Für alle, die jemanden kennenlernen möchten oder Hilfe suchen, hat sie einen simplen Rat: „Sie sollen einfach posten. So wie ich's gemacht hab.” 
Sie mag es, wenn Leute ein bisserl was von sich zeigen. „Da gehört dazu, dass ich z.B. meinen Namen reinschreib, das kann ja auch nur der Vorname sein. Oder mein Profilbild und ein paar Interessen. Ich hab einfach gern eine Vorstellung von dem Menschen, mit dem ich es zu tun hab. Und mich interessiert es, was dieser Mensch  sonst noch für Interessen hat. Dadurch kann einfach was entstehen. Ich war z.B. schon gemeinsam mit ein paar Leuten, die ich über die Plattform kennengelernt hab, Ausstellungen besuchen. Und wenn ich weiß, was den Menschen interessiert, kann ich jemanden auch in eine Gruppe einladen.”

Sabine lädt auch mal zu sich ein. Das hat einige Vorteile. „Daheim hat man keinen Konsumzwang. Jeder bringt etwas mit. Man ist nicht gebunden an ein Lokal, das Öffnungszeiten hat. Bei mir kann man bleiben, so lang man will. Es ist schon passiert, dass die Leute um Zwei in der Früh gegangen sind.” 

Seit kurzem ist sie auch bei einer Kochgruppe dabei. „Die hat eine gegründet, die bei mir zum Spieleabend war. Es hat ihr so gut gefallen, dass sie auf die Idee dazu gekommen ist. Denn sie kocht alleine eher selten, aber wollte ganz gerne gemeinsam etwas ausprobieren. Das letzte Mal waren wir zu acht und haben einen riesen Berg an orientalischen Sachen gekocht. Für sie ist das ideal, so kommt sie auch zu unterschiedlichen Speisen. Und es war ein total netter Abend. Wir haben uns alle, bis auf eine, vorher noch nicht gekannt. Das war übrigens nicht bei mir in der Nähe, sondern im Zweiten. Dadurch hab ich ein anderes Umfeld kennengelernt. Es ist nämlich eine Gruppe, die in ganz Wien zu sehen ist – das kann man bei den Gruppen ja einteilen. Das finde ich auch ideal, dass man aussuchen kann, ob man eine Gruppe in ganz Wien ausschreibt oder nur im näheren Umfeld.” 

Veranstaltungen und Gruppen sieht sie als gute Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen. „Ich merke, dass sehr viele Leute froh über die Möglichkeit sind. Da wird gespielt, da wird gekegelt oder man trifft sich einfach im Lokal. Das ist wie ein Faden, den man in die Hand bekommt und dann kann man weiter anknüpfen. Man findet oft Gemeinsamkeiten oder gemeinsame Interessen, die man vorher nicht gewusst hat. Ich sehe oft Leute, die ganz in der Nähe von mir wohnen und gemeinsame Interessen haben. Und dann denk ich mir: Da kann man ja mal was gemeinsam unternehmen!”

Für alle, die selber überlegen, eine Gruppe zu machen oder gerne mehr Leben in ihre Gruppe bringen möchten, hat sie zwei Tipps: 

  • „Man muss sich einfach um die Gruppen kümmern. Und etwas Zeit investieren, wenn man mit der Gruppe was machen möchte. Eh klar, das ist wie im realen Leben. Wenn ich mich nicht um die Leute bemühe, verlieren sie das Interesse. Wenn mich jemand im Haus drei vier Mal nicht zurückgrüßt, lass ich das auch irgendwann.”
  • „Meine Erfahrung mit Gruppen oder Veranstaltungen ist, dass man sie regelmässig machen oder ankündigen sollte, damit sich das, ich sag einmal, automatisiert. Am Anfang funktioniert es noch nicht so gut. Aber wenn ich weiß, dass etwas regelmäßig stattfindet, dann hab ich das im Hinterkopf. Dann hab ich eher das Bedürfnis hinzugehen, als wenn das nur einmalig stattfindet – dann hab ich das halt versäumt und vergess es wieder. So eine Art Dauergeschichte funktioniert sehr gut.”

Was Sabine besonders gut gefällt an der Nachbarschaftsplattform: „Man kommt einfach in Kontakt mit Leuten, die ich sonst nie kennenlernen würde. Weil’s eben nicht nur über die Interessen geht. Das hab ich am journalistischen Beruf auch immer gern gehabt.”

 

Ganz herzlich Danke, Sabine, für das nette Interview! Alles Gute dir und vor allem Gesundheit! <3 

Orte:  Wien, 1070 Neubau