Wie das Weihnachtsfest wieder Freude machen kann

Gespeichert von Stefan am 9. November 2017 - 16:14

Wie Weihnachten wieder mehr Freude macht

Mittlerweile ist es häufig so, dass man Weihnachten gar nicht mehr richtig genießen kann. Ständig Stress mit den Einkäufen, der Kocherei und Backerei. Der Erwartungsdruck, was die Geschenke angeht, wird immer größer – der der zu Beschenkenden und der eigene natürlich auch. Hinzu kommt ein Zeitdruck, weil man meistens viel zu spät mit den Vorbereitungen anfängt. Wie also kann man heutzutage noch Freude am Weihnachtsfest haben?

Warum es so schwierig geworden ist, das Weihnachtsfest zu genießen


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Selbst wenn wir den Heiligen Abend gar nicht alleine zubringen müssen, sondern immer noch im Kreise unserer Liebsten sind: Warum fällt es uns oft so schwer, das am größten gefeierte Fest der westlichen Welt überhaupt richtig zu genießen? Diese Frage ist gar nicht leicht zu beantworten. Die Antwort dürfte aber mit Sicherheit etwas mit unserer heutigen Gesellschaft zu tun haben. Ohne die Vergangenheit zu glorifizieren: In den 1950er-Jahren war das Weihnachtsfest viel bescheidener. Es gab vielleicht ein Festessen, die Kinder haben sich über Holzspielzeug gefreut und klassisches Weihnachtsgebäck zu sich genommen, das bis heute nichts von seiner Attraktivität verloren hat. Viele traditionell österreichische Weihnachtsbräuche waren damals noch stärker vorhanden, als sie es heute sind.

Heute sind die Geschenke größer, das Festessen fällt pompöser aus, einzig das klassische Weihnachtsgebäck ist geblieben. Zufrieden sind dennoch die wenigsten Beteiligten. Warum ist das so? Nun, in der Einleitung gab es bereits eine kleine Andeutung von möglichen Gründen. Es lohnt sich jedoch, diese noch ein wenig mehr zu beleuchten. Denn wenn der Maßstab von früher eigentlich stets nur vergrößert wurde, warum ist dann die Zufriedenheit allem Anschein nach geringer?

Nun, in den Fünfzigern waren Marktwirtschaft und Konsumgesellschaft bei Weitem nicht so entwickelt, die Globalisierung steckte in den Kinderschuhen und aufgrund des geringeren Wohlstandes gab es keine vergleichbare Erwartungshaltung an Geschenke – die heutzutage gut und gerne mehrere hundert Euro kosten und dennoch nicht für nachhaltige Freude sorgen. Zeitdruck, der vor allem durch einen prall geführten Terminkalender zu Stande kommt, sorgt für zusätzliche Frustration. Die Erwartungshaltung beschränkt sich ja auch nicht auf die Geschenke. Beeinflusst durch die Werbespots, die in dieser Zeit gesendet werden, steigt auch der Druck, das perfekte Gesamtpaket an Weihnachten zu liefern. Von der Dekoration bis hin zum Essen muss dabei alles stimmen. Dass das schnell in Überforderung und Unzufriedenheit auf allen Seiten mündet, dürfte also klar sein.


Das Fest der Liebe wieder dazu machen


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Der erste Schritt zur Besserung ist ganz klar, sich wieder auf das Wesentliche beim Weihnachtsfest und der festlichen Zeit im Allgemeinen zu konzentrieren. Dass Weihnachten auch das Fest der Liebe genannt wird, bedeutet dabei keineswegs, dass man seine nächsten Verwandten und Freunde permanent mit Zuneigungsbekundungen überschütten muss. Stattdessen sollte man die Zeit damit verbringen, auch mal seine Nachbarn einzuladen, um gemeinsam mit ihnen zu essen, einen Glühwein zu trinken oder einfach gemeinsam zu backen. Gemeinsam Zeit zu verbringen ist der Schlüssel zu dem Ausdruck „Fest der Liebe“. Sollten Nachbarn ihr Fest alleine verbringen müssen, spricht auch nichts dagegen, sie an Heiligabend einzuladen.

Diese Geste wüsste man selbst zu schätzen und pflegt das christliche Gebot der Nächstenliebe. Nichts ist trauriger, als ein Fest der hohlen Gesten zu feiern, bei dem die eigentliche Bedeutung der Feiertage keinerlei Bedeutung hat – das ist übrigens auch ein Grund, warum viele das Weihnachtsfest nicht mehr genießen können: Für sie ist es ein Fest hohler Riten geworden, die mit ihrem Sinn nichts mehr zu tun haben.


Ein besseres Zeitmanagement hilft beim Feiern

Um sich auf die eigentliche Bedeutung des Weihnachtsfestes besinnen zu können, muss man allerdings weit weniger romantisch vorgehen, als das „Fest der Liebe“ verspricht. Besonders für Menschen, die in Vollzeit berufstätig sind, ist ein kluges Zeitmanagement die zwingende Voraussetzung dafür, dass man nicht im Vorfeld schon völlig gestresst ist. Deshalb sollte man beispielsweise mit dem Geschenkekauf schon weit vorab anfangen. Nichts nervt mehr, als in der Stadt in den dichtgedrängten Mengen kurz vor den Feiertagen selbst unterwegs sein zu müssen, weil man nicht rechtzeitig an alle Besorgungen gedacht hat.
Also macht man sich am besten eine Checkliste mit allen Besorgungen, die definitiv zeitnah erledigt werden müssen, zum Beispiel:

  • Geschenke für Freunde und Verwandte
  • Dekoration
  • Backzutaten
  • Getränke
  • Weihnachtsessen (entweder frisch vorm Fest kaufen oder einfrieren)

Je früher man sich über derartige Dinge Gedanken macht, umso perfekter werden sie auch am Ende. Denn meistens kommen die schönsten Feste nicht auf den letzten Drücker zu Stande, sondern mit entsprechend sorgfältiger Vorbereitung und Planung. Dabei kann man durchaus die Nachbarn mit in die Aufgaben beziehen und sich gegenseitig helfen. Gibt es kleinere Besorgungen, die man sich gegenseitig abnehmen kann, spricht nichts dagegen, dies auch zu tun. Es ist im Gegenteil sogar äußerst nachbarschaftlich, genau dies zu tun und sich so zu unterstützen – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich zu helfen. Dabei sollte man immer darauf achten, dass sich Geben und Nehmen miteinander ausgleichen.


Aufgaben verteilen – Frieden schaffen


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Allzu oft hört man, dass eine einzige Partei aus dem Familienkreis das Fest ausrichtet und praktisch auch alle Aufgaben dafür übernimmt. Damit ist Streit praktisch vorprogrammiert. Denn während die Belastung einem einzigen Familienmitglied und seinem Umkreis aufgebürdet wird, verlassen sich die anderen in der Regel darauf, dass die Art von feierlicher Gestaltung genau dem entspricht, was sie sich davon versprechen – das ist natürlich in der Regel nicht der Fall, da der Herr oder die Dame des Hauses die Gelegenheit nutzt, um bei dem aufgebürdeten Stress wenigstens selbst die Hoheit über die Gestaltung der Feierlichkeiten zu haben. Die Folge: Frust auf allen Seiten. Die Erwartungen der Gäste sind nicht erfüllt und äußern dies, woraufhin der Gastgeber bzw. die Gastgeberin insistieren, dass sie alles allein auf die Beine gestellt hätten – Verwerfungen sind oftmals die Konsequenz.
Dabei sind derlei ungute Entwicklungen eigentlich leicht zu verhindern. Nämlich mit Hilfe einer guten und klaren Kommunikation, die von vorne herein einen Kompromiss zwischen den verschiedenen Wünschen zu erzeugen vermag. Je größer die Familie, desto besser, denn umso mehr helfende Hände können in der Vorbereitung Aufgaben übernehmen, um die Gastgeber zu entlasten. Auf diese Weise wird das Mitspracherecht aller Beteiligten gestärkt, allerdings übernehmen sie somit auch mehr Verantwortung – die Koordination sollte dabei der Gastgeber übernehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Fest mit diesem Verfahren wesentlich harmonischer wird, kann man so erheblich erhöhen.


Geschenke neu denken

Nun sind schon verschiedene Aspekte des Weihnachtsfestes angesprochen worden. Ein zentraler Punkt fehlt allerdings noch. Was ist mit den Geschenken? Diese Kategorie sollte man grundsätzlich neu denken. Schluss mit dem typischen „Höher, weiter, schneller!“ Denken wir stattdessen Geschenke neu. Denken wir persönlich. Und beschenken wir doch auch Menschen, die wir nicht typisch mit solchen Gaben berücksichtigen würden. Zum Beispiel ist das Wichteln mit Nachbarn eine prima Gelegenheit sich gegenseitig Freude zu bereiten. Dabei geht es eben nicht darum, mit gewaltigen Geldsummen um sich zu schmeißen, sondern um ganz persönliche Geschenke. Das gilt übrigens für den Familienkreis auch: Nicht mehr mit großen materiellen Gesten versuchen, zu beeindrucken, sondern stattdessen mit persönlichen Geschenken. Es dauert zwar einige Zeit, bis man die Vorlieben seiner Liebsten genauestens recherchiert hat, aber es lohnt sich: Persönliche Geschenke bleiben fast immer länger im Gedächtnis als der Griff zum langweiligen Gutschein. Also: Die Liebsten genauer beobachten lohnt sich fast immer! Dabei ist dann der materielle Wert des Gegenstandes gar nicht mehr so entscheidend, sondern eher die Mühe, die man sich gemacht hat.

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