Indoor-Garteln - die besten Tipps der Nachbarn

Gespeichert von Hannah am 20. Juni 2018 - 12:08
Tags: Urban Gardening, Essen, Empfehlung

In den eigenen vier Wänden garteln

Wir haben FragNebenan-Nachbarinnen und Nachbarn gefragt, welches Obst & Gemüse und welche Kräuter man innerhalb der eigenen Wohnung am besten anbauen kann. Kein Garten, keine Terrasse, kein Balkon und kein grüner Daumen - und trotzdem Selbstgepflanztes ernten? Die FragNebenan-Nachbarn haben sich nicht lange bitten lassen, ihre Tipps & Tricks zeigen: Auch unter diesen Bedingungen kann man in der Wohnung erfolgreich Pflanzen anbauen. 

Wir haben aus den Empfehlungen der Nachbarschaft eine Liste erstellt, welche Kräuter, Obst und Gemüse auch mit minimalem Input, maximale Ernte tragen. Starten möchten wir mit den motivierenden Worten von Nachbarin Evelyn: „Meine Empfehlung: Nimm's nicht persönlich, wenn eine Pflanze eingeht! Manchmal sind einfach spinnerte dabei!“

Kräuter - die Allrounder in der Küche 

Oft sind es Kräuter, die Gerichten den letzten Kick geben. Da trifft es sich gut, dass diese meist besonders pflegeleicht sind und sich schnell und unkompliziert anbauen lassen. Deswegen haben wir uns die Kräutertipps der Nachbarinnen und Nachbarn besonders ausführlich beschrieben.

  1. Gekrauste Petersilie
    Die Petersilie hat es gerne hell, sollte aber nicht direkt in die Sonne gestellt werden. Wichtig ist, dass sie auf feuchtem Boden gepflanzt wird - auf Staunässe reagiert sie hingegen empfindlich.
     
  2. Rosmarin
    Rosmarin bringt Urlaubsstimmung in die Küche, deswegen mag er es auch gerne warm und fühlt sich an einem sonnigen Platz am wohlsten. Beim Boden sollte darauf geachtet werden, dass dieser trocken, durchlässig und nährstoffreich ist. Tipp: Die Erde mit ein wenig Sand mischen. Sarah: „Rosmarin geht eigentlich immer, wenn du dich ein wenig darum kümmerst, dass er nicht ertrinkt!
     
  3. Schnittlauch
    Ein Butterbrot mit Schnittlauch - für viele Nachbarinnen und Nachbarn eine schöne Kindheitserinnerung. Deswegen darf er im heimischen Kräutergarten nicht fehlen. Noch dazu ist er pflegeleicht und hat wenig Ansprüche - mit genügend Wasser und Nährstoffen fühlt er sich am wohlsten.
     
  4. Quendel
    Quendel wird auch als die kleine Schwester von Thymian oder als Feldtyhmian bezeichnet. Dieser kann sowohl in der Heilkunde als auch in der Küche angewendet werden. Beim Anbau von Quendel sollte darauf geachtet werden, dass er einen sonnigen Platz hat und auf einem sandigen und nährstoffarmen Boden angepflanzt wird.
     
  5. Kresse
    Schon im Kindergarten haben wir es geliebt Kresse anzubauen. Das hat sich bis in Erwachsenenalter nicht geändert. Der Nachbarschaft geht es ähnlich, kaum ein Kraut wurde uns so oft für unseren Indoor-Garten empfohlen wie die Kresse. Für den Anbau braucht es zudem wenig: eine kleine  Schale gefüllt mit Erde, ein Blumentopf oder aber auch nur Küchenpapier - die Kresse ist ein Kämpfer und gedeiht (fast) überall, solange sie es feucht genug hat.
     
  6. Basilikum
    Für italienischen Flair in der Küche sorgt Basilikum. So aromatisch er ist, so anspruchsvoll ist er auch. Basilikum gehört zu den Lichtkeimern und die Samen sollten deswegen nicht mit Erde bedeckt sein. Er mag es am liebsten sonnig, warm und lichtgeschützt und er ist sehr durstig, an warmen Tagen sollte man ihn mindestens einmal gießen. Renate: „Basilikum überlebt besser am Innen-Küchen-Fensterbrettl wenn es nicht direkt in der Sonne steht, aber trotzdem hell sein muss“
     
  7. Thymian
    Wer Thymian selbst anpflanzen möchte, der braucht viel Geduld und Ausdauer - die haben wir leider nicht und begnügen und deswegen mit einer gekauften Pflanze. Diese braucht auf jeden Fall genug Wasser und man muss darauf achten, dass der Thymian nicht austrocknet.
     
  8. Lavendel
    Wie viele seiner Pflanzenkollegen, mag der Lavendel keine Staunässe. Die mediterrane Pflanze benötigt einen sonnigen und trockenen Standort, wenn er in voller Blüte gedeihen soll. Sonst ist er eher genügsam und muss nur gegossen werden, wenn der Boden durchgetrocknet ist. 

  9. Minzstöcke
    Der ideale Standort für die Minze ist an einem sonnigen Plätzchen am Fensterbrett. Beim Anpflanzen ist darauf zu achten, dass Minze ein Lichtkeimer ist und die Samen deswegen nicht mit Erde bedeckt werden sollten. Danach ist sie bereit uns Eis, Limonade oder den einen oder anderen Cocktail aufzupeppen. 
     
  10. Lorbeer
    Lorbeer ist ein Sonnenanbeter und braucht so viel Sonne wie möglich um ätherische Öle zu bilden. Wind und Staunässe hingegen verträgt Lorbeer nicht gut, deswegen sollte man einfach eine Drainage „bauen“. Die kann man mit einigen Steinen im Topf schnell selbst kreieren - einfach größere Steine auf den Boden legen und dann mit Erde bedecken, so kann das Wasser abfließen. Der Gewürzlorbeer benötigt nicht viel Wasser, ganz austrocknen sollte die Erde jedoch trotzdem nicht.
     
  11. Oregano
    Oregano hat ein südländisches Temperament, deswegen braucht er auch viel Wärme und Sonne. Er hat sonst wenig Ansprüche und lässt sich auch mit normaler Gartenerde anpflanzen. Weil er sehr buschig wächst, sollte er genug Platz zur Entfaltung haben.
     
  12. Salbei
    Salbei ist nicht nur in der Heilkunde ein beliebtes Kraut, sondern gibt auch so manchem Gericht den letzten Kick. Am wohlsten fühlt sich Salbei bei einem vollsonnigen und warmen Platz und einem mageren, durchlässigen Boden. Die Erde sollte mäßig feucht bis trocken sein.
     
  13. Liebstöckl
    Auch als Maggikraut bekannt, ist der Liebstöckl ein beliebter Begleiter in der Küche. Wenn er an einem hellen Platz im Halbschatten steht, fühlt er sich am wohlsten. Die Erde sollte durchlässig sein und die Pflanze sollte viel Platz zur Verfügung haben, denn die Wurzeln können enormen Umfang erreichen.
     
  14. Chillischoten
    Eva: „Chili ist auch sehr einfach zu züchten. Aus Cili Kerne entfernen, in lauwarmem Wasser einweichen dass auch restliches Fruchtfleisch entfernt wird, in die Erde und zusehen wie es wächst. Im Herbst kann man dann ernten.“  Und Blumenfreundin meint: „Beim Chili muss man aber "händisch" bestäuben, da in der Wohnung ja vermutlich keine Bienen rumfliegen... einfach mit einem Pinsel oder Wattestäbchen immer mal wieder über die Blüten drüberkitzeln“
     
  15. Zitronenmelisse
    Die Zitronenmelisse ist eine eher anspruchslose Pflanzengenossin, sie fühlt sich an sonnigen bis halbschattigen Orten am wohlsten und wenn sie einmal gewachsen ist, versorgt sie sich quasi selbst und kommt lange ohne Wasser zurecht. Idealerweise ist die Erde feucht und wenn sie einmal angewachsen ist, macht ihr Trockenheit auch nichts aus. 
     
  16. Dill
    Dill gedeiht am besten, wenn er einen Platz in der Sonne bekommt. Wichtig ist beim Anpflanzen ein tiefer Topf, damit er sich verwurzeln kann. Dill braucht immer genügend Wasser und ist besonders an warmen tagen sehr durstig. 

Was wir nach dem Lesen aller Kommentare und der Zusatzrecherche gemerkt haben: 

Evelyn: „Bei fasst allen Pflanze gilt: Staunässe vermeiden.“

Obst- und Gemüseernte in den eigenen vier Wänden  

  1. Walderdbeeren
    Wer zuhause Erdbeeren ernten möchte, der sollte einen sonnigen bis halbschattigen wählen und darauf achten, dass es die Pflanze immer feucht genug hat. Die Früchte werden etwas 1 cm groß und überzeugen durch ihren intensiven Geschmack.
     
  2. Tomaten
    Ja auch Tomaten kann man auf dem Fensterbrett anbauen. Wichtig ist es die Pflanze regelmäßig zu gießen und dabei aber nicht die Blätter und Blüten zu bewässern. Während der Blüte empfiehlt es sich die Pflanze ein wenig zu schütteln, um die Bestäubung anzuregen.
     
  3. Zucchini
    Kaum zu glauben, aber auch Zucchini kann man super am Fensterbrett anbauen. Die Töpfe sollten dabei einen Durchmesser von 9-10 cm haben und mit Blumenerde gefüllt werden. Nach dem Einsetzen der Samen brauchen sie es nur noch hell und feucht genug. 
  4. Mangold
    Daniela: „Mangold wär einen Versuch wert, das ist extrem pflegeleicht und anspruchslos, braucht allerdings platz. wenn du eine bunte Sorte nimmst, ist er allerdings auch wunderschön und eignet sich in form eines "Blumenstrausses" auch als Mitbringsel.“


    Weiters wurde genannt:

  5. Ruccola
     
  6. Knoblauch
     
  7. Radieschen
     
  8. Paprika
     
  9. Mangold
     
  10. Pilze
     
  11. Spinat
     
  12. Kerbel
     
  13. Weinraute
     
  14. Waldmeiste
     
  15. Erbsen
     
  16. Bohnen
     
  17. Chinakohl
     
  18. Erdnüsse
     
  19. Grünkohl
     
  20. Hirse
     
  21. Kichererbsen
     
  22. Leinsamen
     
  23. Linsen
     
  24. Mais
     
  25. Mandeln
     
  26. Quinoa
     
  27. Reis
     
  28. Roggen
     
  29. Senf
     
  30. Sesam
     
  31. Sojabohne
     
  32. Sonnenblumen
     
  33. Weizen
     
  34. Weißkohl
     
  35. Kohlrabi
     
  36. Karotten
     
  37. Zwiebelenden
     
  38. Ingwertriebe
     
  39. Kurkuma
     
  40. Radieschen
     
  41. Buschbohnen 
     

Wir wünschen dir viel Spaß beim Garteln in Wohnzimmer, Küche und Co! Und wenn dabei Fragen auftauchen: Frag einfach über FragNebenan deine Nachbarinnen und Nachbarn!
 

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Kommentare

Da würde mich Erfolgskommentare und Bilder interessieren. Das meiste ist Theorie. Wenn Mann einen Mais oder Kürbis in der Natur ansieht, wie viel Erdvolumen und Platz sich die nehmen, kann ich mir keine Ernte vorstellen. Ich beibe dran, Erfolgsergäbnisse möchte ich sehen.

Also Zucchini am Fensterbrett in einem 10cm-Topf wage ich leider absolut zu bezweifeln. Selbst mein Versuch in einem Topf mit ca 30cm-Durchmesser waren drei Mini-Zucchini und 1,5-Meter stachelige Pflanze - die gehen leider wirklich nur, wenn man echt viel viel viel Platz, einen riesigen Topf oder einen Garten/Feld hat.

Da schliesse ich mich an.
Reispflanzen am Fensterbrett finde ich auch sehr unterhaltsam :-)
Immerhin wäre bei denen Staunässe kein großes Problem...

Kürbis/Zucchini brauchen pro Pflanze! einen 90 Liter Kübel, randvoll gefüllt mit Kompost. Und speziell beim Kürbis so 3-4m Platz für die zierlichen Ränkchen ;) (Und ein paar Bienen zum Bestäuben wären da auch nicht schlecht).
Mais braucht da a weng weniger. Da gehen sich in einem Mörteltrog 4 Pflanzen aus, allerdings ob das mit der Windbestäubung indoor so klappt, wage ich etwas zu bezweifeln ;)

Viele Menschen wundern sich ja, dass ihr Basilikum nicht neu austreibt. Blätter nicht abreißen, sondern abschneiden!