Menschen von nebenan: Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Ille C. Gebeshuber

Gespeichert von Julia am 27. Juni 2018 - 13:31
Tags: Menschen von nebenan

Ille in ihrem Element

Ille hatte eine Annonce aufgegeben: Sie suche ein Zimmer in einer Wohnung in Wien, weil sie nur wochentags in der Stadt und am Wochenende bei ihrem Mann in Kärnten zuhause war bzw. ist. Es meldete sich eine Frau im dritten Bezirk und eine im ersten Bezirk. Da Ille in die schöne Altstadt Wiens verliebt war, fiel die Wahl sofort auf die traumhafte Wohnung am Jesuitenplatz im Zentrum der Stadt.

Ille: Die Vermieterin dort war und ist so eine kluge Frau, aber leider manisch-depressiv. In ihren manischen Phasen ist sie ausgegangen und hat sich betrunken und in den depressiven Phasen hat sie sich zuhause verkrochen und sich betrunken. Wenn ich nachhause gekommen bin, haben die Türen geknallt und ich war alleine. Ich habe gedacht, ich kann ihr helfen, kann sie retten. Aber das geht nun mal einfach nicht. Ich habe in der Küche Renovierungsarbeiten vornehmen lassen und Katzen in die Wohnung gebracht. Ich dachte, der Kontakt zu den Tieren hilft vielleicht. Aber das war auch nicht so. Da war dann halt ich alleine mit den Katzen. Und traurig. Schlussendlich blieb mir nur der Entschluss auszuziehen.

Also rief Ille Monate später bei der anderen Frau im dritten Bezirk an.

Ille mit dem Riesenmikroskop © Manfred Schabernig

Ille: Ich fragte, ob das Zimmer vielleicht zufällig noch zu haben sei und die Frau – Lotte – antwortete, sie habe mein Mail damals so sympathisch gefunden, dass sie eigentlich nur mich als Untermieterin haben wollte und das Zimmer nie jemandem anderen vermietet hatte. Als ich nur einen Schritt zur Tür hinein gemacht hatte, sagte ich schon „Ich nehm das Zimmer!“, noch bevor ich es oder den Rest der Wohnung gesehen hatte.

Und so zog Ille ein und blieb bis heute. Dieses Mal war es das Richtige. Ille und Lotte – das passt halt schon am Papier so fein.

Ille hat nicht nur Katzen zuhause, sondern bald auch Schnecken. Bei meinem Besuch in ihrem Büro in der TU Wien, waren diese grade noch nicht geschlüpft. Sorgenvoll kontrollierte die Wissenschaftlerin immer wieder das kleine Terrarium, um den Zeitpunkt nicht zu verpassen. Ich sah mich außerdem im Labor um und lernte was eine Generalistin und was die Bionik ist. Nie war mir die wissenschaftliche Forschung näher und ihre Ziele und Ergebnisse so verständlich und sinnvoll wie von Ille erklärt. Eine Physikerin, die sich nicht hinter Büchern versteckt, sondern durch den Dschungel spaziert und von ihm lernt: So rettet man die Welt.

Interview nachzulesen auf lieblingsleben.blog – wir freuen uns über Leserschaft!

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