Menschen von nebenan: Dominique

Gespeichert von Julia am 12. Dezember 2017 - 12:18
Tags: Menschen von nebenan

Dominique: Von Brasilien nach Floridsdorf

Nach der Ausbildung verschlug es Dominique nach Brasilien, wo sie drei Jahre lang auf einer Insel lebte – quasi im Dschungel, den ganzen Tag barfuß. Sie hat mit ihrem argentinischen Freund Jeronimo (Anm.: inzwischen ihr Ehemann) lange Zeit am Boot gelebt und lernte Spanisch und Portugiesisch alleine übers Zuhören. Und jetzt ist Dominique glücklich, wieder in Wien zu sein.
 
 
Julia: Wie war es zurückzukommen?

Dominique: Ich hab Wien nie geschätzt, solange ich hier wohnte. Ich wäre viel lieber am Land aufgewachsen. Aber nachdem ich drei Jahre in Brasilien verbracht hatte, war ich eine glückliche Heimkehrerin. 
 
Julia: Was ist es, das du vermisst hast, als du am anderen Kontinent gelebt hast?

Dominique: Essen! Dort gibt es täglich Reis und Bohnen. Auch nicht schlecht, aber so eintönig mit der Zeit. Wir hier in Österreich haben eine wesentlich größere Vielfalt. Ein Brasilianer kann nicht leben ohne Reis und Bohnen jeden Tag. Aber ich brauch guten Käse und Mehlspeisen zum Beispiel und vor allem Variation.

Julia: Und was die Menschen und die Mentalität anbelangt?
 
Dominique: Ich vergleiche die beiden Kulturen ungern. Sie sind einfach verschieden. Und ich glaube, man könnte sich viel voneinander abschauen und lernen. Aber was ich vermisst habe, ist die Möglichkeit, mich mit jemandem in meiner Muttersprache auszutauschen, über Gefühle zu reden und sich ganz verstanden zu fühlen. Das ist nur zuhause und in der eigenen Sprache so.
 
Julia: Anders formuliert, gibt es etwas was du an Wien oder Österreich schätzen gelernt hast durch deine Abwesenheit?
 
Dominique: Früher war ich immer so gegen das System in Österreich und hab viel gemeckert. Aber jetzt verstehe ich, was das Sozialsystem, das Krankensystem für Hilfen sind für die Lebensqualität. 
 
Aber die Natur in Brasilien ist einmalig, sagt Dominique. Nicht zu vergleichen mit dem 21. Bezirk, in dem sie hier wohnt.
 
Julia: Der 21. Bezirk wird nicht von vielen Menschen als Lieblingsbezirk genannt. Wie habt ihr euer Zuhause hier gefunden?
 
Dominique: Ich bin hier aufgewachsen. In diesem Haus. Es ist also für uns die Möglichkeit, bei wenig Miete ein ganzes Haus mit Garten zu bewohnen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Wahnsinn.


 
Julia: Gibt es etwas, was du an Floridsdorf im Besonderen schätzt?
 
Dominique: Ja, die Ruhe! Immer wenn ich im Zentrum war und dann wieder nachhause komme, nehme ich die Ruhe hier sehr deutlich war, und das entspannt mich unglaublich.


Dominique hat mir von ihren Träumen erzählt, von ihrer Tochter und davon, wie sie ein chronisches Nierenleiden losgeworden ist. Nachzulesen wie immer auf lieblingsleben.blog – ich freue mich über Besuch!

Eure Julia

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Kommentare

Eine schöne Erfahrung die du da gemacht hast!
Liebe Grüße
Marianne

Ich leite es an Dominique weiter. Danke!