Die Nachbarn haben gefragt & Bezirksvorsteher Nevrivy antwortet

Gespeichert von Chronik-Redaktion am 10. Januar 2018 - 13:53
Tags: Stadt gestalten

BV Nevirvy beantwortet die Fragen der FragNebenan-Nachbarn

Fragt die Donaustadt! - Bezirsksvorsteher Ernst Nevrivy beantwortet die Fragen der FragNebenan-Nachbarn, erzählt von seinem wichtigsten Projekt 2017 und vom Projekt, auf das er sich 2018 am meisten freut:
 

Was wird getan, um die Verkehrssituation (v.a. Staus) zu verbessern? Michael und 13 Nachbarn
Der Verkehr in der Donaustadt ist eines unserer größten Themen und ich setze mich unermüdlich für eine Verbesserung ein. Mein Konzept liegt in einem möglichst raschen Baubeginn des Lückenschlusses zwischen S1 und S1 inklusive Lobautunnel. Durch diese Verbindung erwarte ich mir eine deutliche Reduktion des durch den Bezirk fließenden Transitverkehrs. Mit dem zeitgleichen Bau der Stadtstraße könnte der aus dem Bezirk fließende Verkehr über ein Hochleistungsstraße entweder auf die S1 oder S2 geleitet werden (oder umgekehrt). Somit wären die bisher überlasteten Verbindungen wie die Erzherzog-Karl-Straße, Esslinger Hauptstraße, Breitenleer Straße oder der Biberhaufenweg entlastet. 
Dann stünde einer Attraktivierung der Ortskerne entlang dieser Straßen und eine Verkehrsberuhigung der künftig mit Sicherheit dichter bebauten Wohngebiete nichts mehr im Wege. 
All diese Maßnahmen werden natürlich nur dann wirklich greifen, wenn das Auto intelligent eingesetzt werden kann. Ich meine damit, dass mit diesen verkehrsorganisatorischen Maßnahmen eine über die Stadtgrenze reichende Attraktivierung der öffentlichen Verkehrsmittel, verbunden mit Nahtstellen in Form von Park & Ride Anlagen, unumgänglich sein wird. Ein Musterbeispiel für ein kluges Verkehrskonzept ist für mich das Konzept für den Bereich von Aspern Nord. 
Dort sollen neben der Stadtstraße und einer Park & Ride Anlage die S-Bahn, U-Bahn und Buslinien zusammentreffen. Und für die Sportlichen wird es ausreichend Radabstellanlagen geben. 
Da ich zuversichtlich bin, dass die ausstehenden Entscheidungen über den Bau der beiden so wichtigen Verbindungen positiv ausfallen, werde ich mich weiterhin mit all meinem politischen Gewicht für eine rasche Realisierung verwenden.


Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy beantwortet die Fragen der FragNebenan-Nachbarn! Copyright: BV 22


Wie sieht die Zukunft des Genochmarktes aus? Und werden hier mehr Nahversorger kommen? Desideria und 13 Nachbarn
Im heurigen Jahr wurde von der Stadt Wien und vom Bezirk die Flächenwidmung in der Bezirksvertretung und im Gemeinderat behandelt. Der Projektentwickler hat in den letzten Gesprächen eine zeitnahe Umsetzung zugesichert. Da die Prozesse der Einreichung, Ausschreibung und Vergabe jedoch einige Monate in Anspruch nehmen werden, rechne ich mit einer Umsetzung (Baubeginn) im Frühjahr/Sommer 2018. Geplant ist ein Wohnbauprojekt mit einer im Erdgeschoss befindlichen Gewerbezone und einer Tiefgarage. Ich habe keinen direkten Einfluss auf die Umsetzung. Im Rahmen meiner Möglichkeiten werde ich mich aber weiterhin für eine rasche Realisierung und somit Optimierung der Liegenschaft einsetzen. 
 

Warum wird nichts gegen die Parkplatznot getan? Kristina und neun Nachbarn
Wir versuchen die Auslastung der ausreichend vorhandenen Garagen zu erhöhen und setzen uns für attraktive öffentliche Verkehrsmittel, kombiniert mit P+R Anlagen bereits an der Stadtgrenze, ein. Auch das Umland ist hier gefordert, zu Lösungen beizutragen.


Welche Pläne gibt es, um die Nahversorgung im zentralen Aspern zu verbessern? Eva und neun Nachbarn
Mir ist das Thema Nahversorgung ein großes Anliegen. Die Stadt versucht die Versorgung zu unterstützen, indem die Erdgeschosszonen bei neuen Widmungen lediglich als Büro- und Geschäftsflächen gewidmet werden. Eine Weisung an Privatunternehmen von Seiten der Politik ist dabei aber nicht möglich. Es obliegt dem jeweiligen Hauseigentümer, wen er als Mieter hineinnimmt. Nahversorger wiederum treffen ihre Standortentscheidungen nach rein ökonomischen Maßstäben und berechnen den Profit eines möglichen Standortes sehr genau. Stimmen hier die Kennzahlen nicht, wird auch keine Filiale eröffnet. 
Da kann ich als Politiker leider nichts daran ändern, bin aber immer wieder mit Lebensmittelanbietern in Kontakt und kann Ihnen versichern, dass ich jedes Unternehmen, das an einer Niederlassung in der Donaustadt interessiert ist, unterstütze, wo ich kann. Wenn Sie ein Unternehmen kennen, das gerne in Aspern öffnen möchte, bitte ich Sie darum, uns darauf hinzuweisen! Gerne werde ich mit potenziellen Interessenten in Kontakt treten und versuchen, sie von Aspern zu überzeugen. 

 

Wann wird etwas getan, um die Verkehrssicherheit bei der Kreuzung Am langen Felde/Breitenleer Straße zu erhöhen? Kristina und neun Nachbarn
Im Prinzip ist hier der Verkehr überlastet. Meldungen und Kritikpunkte leiten wir an die dafür zuständige MA46 weiter, mit der ich diesbezüglich im Gespräch bin.
 

Könnten mehr Wastewatcher engagiert werden, um Hundebesitzer zu animieren, den Hundekot wegzuräumen? Kristina und neun Nachbarn
Hierfür sind die Magistratsabteilungen zuständig, ich verfüge leider über keine Entscheidungskompetenz. Kontaktieren können Sie diese über die MA 42 für Grünanlagen unter ww@ma42.wien.gv.at und für den Straßenraum unter ww@ma48.wien.gv.at


Warum wird jede Baulücke nachverdichtet? Überall, wo früher Einfamilienhäuser standen, entstehen größere Objekte. Michael und acht Nachbarn
Die Donaustadt ist der am schnellsten wachsende Bezirk Österreichs und die Menschen  im Bezirk benötigen natürlich auch Wohnraum und Infrastruktur. Keine Wohnungen mehr zu errichten halte ich für ein sozialpolitisch ganz schlechtes Zeichen. Noch dazu würde sich ein Baustopp negativ auf die Preise auswirken. Und es ist auch gut, dass Wien wächst. Fast alle westeuropäischen Metropolen schrumpfen - und ungenutzte Infrastruktur zu erhalten, die verfällt ist teuer und das Schlechteste was einer Stadt passieren kann. Dennoch achten wir auf ein behutsames und adäquates Wachstum. Ich kann aber beruhigen: die Donaustadt ist immer noch bei weitem der grünste Bezirk Wiens, mehr als die Hälfte der Fläche des Bezirks ist begrünt. Im Bezirk ist außerdem reichlich Grünfläche vorhanden. Und es entstehen sogar neue Grünflächen wie mit dem Norbert-Scheed-Wald, der 1.000 Hektar Bäume beinhaltet (ca. 1.000 Fussballfelder – näheres unter https://www.wien.gv.at/umwelt/wald/erholung/wienerwald/norbert-scheed-wa...). Die Donaustadt hat die Grösse eines Viertels von Wien und besteht zu 54 Prozent aus Grünflächen. Das entspricht Grünflächen in der Grösse unseres Nachbarbezirks Floridsdorf. Auch wenn der Eindruck entsteht, wenn man in der Nähe seines Wohnortes eine Baustelle hat: es ist genügend Platz da und wir legen höchsten Wert auf behutsames Wachstum. Baustellen sind leider immer unangenehm.


Was war Ihr wichtigstes Projekt im Jahr 2017?
Im Jahr 2017 war ich besonders bemüht, Bürgernähe zu fördern und Austauschmöglichkeiten zu bieten. Hierfür habe ich zwei neue Formate eingeführt: einerseits die Kampagne „Meine Heimat unsere Donaustadt“, im Rahmen derer ich sozusagen Sprechstunden vor Ort anbiete. Ich komme in die Bezirksteile, mache in mehreren Lokalen, Fußballclubs, Cafés, Geschäften etc. Halt und stehe den Bürgerinnen und Bürgern für sämtliche Fragen, Anregungen und Kritikpunkte zur Verfügung. Andererseits gibt es seit heuer meine Facebook-Live-Talks, die jeden zweiten Donnerstag stattfinden. Hier kann sich jeder, der möchte, einfach auf meiner Facebook-Seite unter www.facebook.com/ernst.nevrivy dazu schalten und mir während dem Live-Talk Fragen stellen, die ich gerne beantworte. 


Auf welches Projekt von 2018 freuen Sie sich am meisten?
Auch die Bürgernähe wird im nächsten Jahr ausgebaut. Derzeit überlege ich bereits neue Formate zu entwickeln, um Mitbestimmung auszubauen. Von unglücklichen DonaustädterInnen hat niemand was. 
Im vergangenen Jahr konnten wir den Bildungscampus Attemsgasse eröffnen - so ein Highlight gibt es erst wieder, wenn 2019 der derzeit in Bau befindliche neue Campus in der Berresgasse eröffnet wird. 
Dennoch fließt auch im kommenden Jahr sehr vieles an finanziellen Mitteln in Kindergärten, Schulen und Jugendarbeit. Ein Drittel des Bezirksbudgets fließt in Erhaltung der Pflichtschulen: das sind insgesamt 8,7 Mio. Eur. Für die Sanierung unserer Kindergärten sind weitere 2 Mio. vorgesehen. Auch die Mittel für Jugendarbeit können sich im wienweiten Vergleich sehen lassen: mit 1 Mio. Eur zeigt die Donaustadt einmal mehr, dass ihr die kommende Generation am Herzen liegt. 
Weiters von Bedeutung ist 2018 die Entscheidung über die sechste Donauquerung, den Lobautunnel. Auch das UVP-Verfahren zur Stadtstraße wird im kommenden Jahren abgeschlossen. 

Kommentare

Warum gibt es im Kischblütenpark keine Hundezone? Wäre aufgrund der vielen Vierbeiner in der Nachbarschaft sehr gefragt.

Um die Breitenleer Strasse zu entlasten würde es vielleicht auch helfen, das Radwegeflickwerk zu beenden und einen hochwertigen Radweg bis zum Kagranerplatz herzustellen. Im Bereich der Kreuzung Hausfeldstrasse/Breitenleerstrasse wird gerade gebaut. Leider sieht es nicht so aus, dass auch Kinder auf den Radweg sicher unterwegs sein werden(das Flickwerk geht weiter). Auch wenn wir Kinder haben, wollen wir nicht immer mit dem Auto fahren, und den Kindern macht es spass einmal mit dem Rad zu den Pfadfindern(Oleandergasse) in die Schule oder in den Kindergarten zu fahren. Auch die Verbesserung der Öffentlichen Verkehrsmittel(innerhalb des Bezirkes) würde den Autoverkehr reduzieren.

Thema Verdichtung:
Es ist einzusehen, dass gebaut wird. Aber wenn vor der Nase aus drei alten Einfamilienhäusern mit über 10 Bäumen und vielem Grün nur mehr grau überbleibt, ist das schlimm!. Da kann es kein Trost sein, dass die Donaustadt noch immer so grün..., und neues Grün...., Von Behutsamkeit merke ich in Stadlau gar nichts. Die Nachpflanzung dieser Bäume (falls sie nicht "finanziell abgelöst wurden") in einem Areal, das eh schon verdichtet ist, ist ncht möglich. Was ich vor meiner Haustüre erlebe, ist tatsächlich immer mehr Grau statt Grün! Das hätte ich gerne von Herrn BV Nevrivy erklärt. Danke

Wann wird die Kreuzung Arminenstraße/Industriestraße/Erzherzog-Karl-Straße entschärft? Warum bekommt nicht jede Straße eine eigene Ampelphase? Die jetzige Situation, in der die Arminenstraße gleichzeitig mit der Industriestraße grün hat, ist zu gefährlich, da viele den Rechtsvorrang nicht beachten bzw. Ortsunkundige nicht damit rechnen...

Die Ausfahrt der Paulitschkegasse in die Industriestraße (Richtung Erzherzog-Karl-Straße) ist in beide Richtungen durch parkende Autos bzw. Kleintransporter extrem uneinsehbar, sodaß es jedesmal an ein Abenteuer grenzt, abzubiegen, ohne abgeschossen zu werden. Sinnvoll wäre es an dieser Stelle einen Spiegel anzubringen!

Vermeidung von Staus:
Wenn schon so viel Wert auf die Verringerung von Staus gelegt wird, frage ich mich, warum dann der 22A seine Stationen auf einer Spur der Wagramerstraße in Richtung stadtauswärts und vor der Kagraner Kirche (ohne Schutzhäuschen) haben muss. Ein kleiner Umweg um die U1 Station (wie früher der 23A) brächte hier sicher Abhilfe. Er würde dann auch, wie der 24A, auf dem Straßenbahnkörper am Kagraner-Platz unbehindert ins Rundeau der U1 zufahren können. Derzeit steht er am Kagraner-Platz in Richtung stadteinwärts im Stau. Auch die Ausfahrt von der U1 würde wie beim 24A erfolgen, nur dass er dann auf die ehemalige Straßenbahntrasse gerade über die Kreuzung fahren würde (und nicht wie jetzt von der Station vor der Kirche zwei Fahrspuren kreuzen muss um auf die Trase zu gelangen). Alle meine Anfragen wurden mit fadenscheinigen Begründungen wie - die Fahrzeit verlängert sich um ein bis zwei Minuten, man könnte die Linien verwechseln, etc - abgeschmettert. Ich hoffe das ließt jemand von der Bezirksvertretung.

Donaufelder Straße - Kirschblütenpark - wo ist der?
Folgende Beobachtung bzw. Anliegen.
Stellen Sie sich bitte mal auf die Donaufelder Straße Höhe Apotheke/ehem. Billa, kostenpflichtigen Parkplatz und schauen dann rechts zu den Häusern die an der Tokiostraße stehen und dann die Mitten genau 1 oder 2 m davor stehen. Können Sie mir oder andere Politiker sagen, Sie wolle da einziehen?
Also ich nicht. Da steht vor dem Haus Tokiostraße "hofseitig" wo ein Ausblick auf den Kirschblüten-Park beworben wurde steht ein Haus und nicht nur eines.
Eigentlich gehört dieses abgerissen, da der Mensch ein Recht auf Licht hat.
Das was hier häßlich und ghettomäßig zusammengebaut wird bzw. wurde ist unmenschlich, fürs Auge eine Beleidigung. Stoppt endlich diese Art zu bauen und verhängen Sie mal einen Baustopp von mindestens 5 Jahren, es kann so nicht weitergehen.
Schauen Sie sich an wie vor 40 – 50 Jahren die Großfeldsiedlung und die Saikogasse gebaut wurde und nehmen Sie sich ein Vorbild daran. Da gibt es dazwischen immer wieder Reihenhäuser oder Wiesen. Eine neue Bauordnung wäre mit 50 % Wiese aber nicht begrünte Dächer sondern Wiese zum Spielen und durchgehen mit Bäumen könnte den 21 und 22. noch retten. Andererseits stehen Wohnungen leer oder werden von Spekulanten teuer vermietet.