Studie: Generation 65+ und FragNebenan

Gespeichert von Hannah am 4. April 2018 - 10:39
Tags: Senioren, Initiativen, Nachbarschaftshilfe

Welche Bedeutung die Generation 65+ für FragNebenan hat, was eine Gruppe Wiener Studentinnen damit zu tun hat und welche anderen Projekte diese Zielgruppe in den Mittelpunkt stellen, verraten wir euch heute. 

 

7,2% aller Menschen in Europa behaupten, dass sie im letzten Jahr keinen Freund oder Bekannten getroffen haben. Von dieser sozialen Isolation sind besonders alte Menschen betroffen. Ein Fakt, der nachdenklich stimmt. So auch vier Studentinnen der Wiener Wirtschaftsuniversität. Lena Hödl, Pauline Vernimb, Alena Mohsenyar und Alina Lindermuth hatten eine Mission: im Zuge ihres Seminars wollten sie herausfinden, inwieweit FragNebenan das Potenzial besitzt, um soziale Isolation unter älteren Menschen (65+) in Österreich zu verringern oder zu verhindern? Übergeordnetes Ziel der Studie war es, herauszukristallisieren, wie Kommunikationstechnologien in der heutigen Zeit Lösungen gegen soziale Isolation anbieten können.

 

 

FragNebenan sagt der sozialen Isolation den Kampf an 

Literaturrecherche, Analyse und ein Experteninterview mit unserem Gründer Stefan Theißbacher standen im Mittelpunkt der Studie. Das erfreuliche Ergebnis: FragNebenan hilft vor allem um soziale Kontakte zu knüpfen und beugt so Isolation vor. Online kommt man schnell und einfach ins Gespräch und kann sich vernetzen. Laut Studie ist bei FragNebenan besonders die einfache technische Handhabung und der dadurch niederschwellige Zugang hilfreich, um in Sekunden mit einer großen und hilfreichen Community in Kontakt treten zu können. „Ältere Menschen waren bei unserem Start nicht unsere Hauptzielgruppe, aber wir haben gemerkt, dass wir bei der Generation 60+ gut ankommen. Die meisten User in der Altersspanne nutzen unsere Plattform um sich mit anderen Menschen zu vernetzen und offline zu treffen“, fasst der FragNebenan-Gründer das Nutzungsverhalten älterer Menschen auf der Plattform zusammen. Doch nicht nur Senioren fühlen sich auf der Plattform wohl, die Community ist zudem motiviert älteren Menschen im Alltag zu helfen. 35% aller Nutzer geben zum Beispiel an, dass sie für ältere Nachbarn einkaufen gehen würden.

 

 

Soziale Isolation – wenn Einsamkeit zur  Gefahr wird 

Für soziale Isolation gibt es viele Gründe. Bei älteren Menschen ist es vor allem die Wohnsituation, Veränderung in der Familienstruktur und des sozialen Netzwerks, persönliche Charaktereigenschaften und psychologische Attribute, finanzielle Situation und verminderte physische und psychische Gesundheit, die zur sozialen Isolation führen können. Hier setzt FragNebenan an und hat das große Potenzial soziale Isolation zu mindern. Die Möglichkeit der täglichen Interaktionen und dem Aufbau und das Pflegen von Kontakten ist FragNebenan für viele Senioren und Seniorinnen interessant. Besonders, dass es sich um eine digitale Plattform handelt, nimmt vielen die Hemmschwelle und hilft vor allem schüchternen Menschen in der virtuellen Welt mit anderen in Kontakt zu treten, führen die Studentinnen aus. FragNebenan kann hier der Anstoß sein, um sich dann auch im realen Leben zu treffen, bestätigt auch Stefan Theißbacher im Interview. Die Sharing Economy, die auf FragNebenan gelebt wird, kann zudem bei sozialer Isolation aus finanziellen Schwierigkeiten helfen. 

 

„Zusammenfassend ergab die Fallstudie, dass FragNebenan nicht nur sehr effektiv sein kann soziale Isolation im Alter zu bekämpfen, sondern auch, dass die Plattform sehr leicht und verständlich zu handhaben ist und niedrige Eintrittsbarrieren aufweist,“ schließen die vier Studentinnen ihre Studie ab. 

 

 

Aber nicht nur auf FragNebenan können sich Senioren und Seniorinnen vernetzen. Auch diese Projekte haben ältere Menschen als Zielgruppe: 

1. WisR: Fast genau vor einem Jahr hat uns die Gründerin von WisR über ihr Projekt erzählt. Auf WisR treffen sich Menschen die auch in der Pension noch einer Tätigkeit nachgehen wollen und Unternehmen, die auf das Expertenwissen und die Lebenserfahrung der Pensionierten zugreifen wollen. Das  österreichisches Start-up will aktiv Generationen zusammenbringen und sich für die gemeinsame Wertschöpfung und positive Wahrnehmung von Alter einsetzen. 

2. Vollpension: In der Wiener Vollpension kommen Alt und Jung zusammen beim Kuchen zusammen. Im Generationen-Kaffeehaus wird der Alltag von den angestellten Omas und Opas  und deren jüngeren Kollegen geschmissen. Neben dem Backen von Kuchen steht hier der Austausch zwischen den Generationen am Tagesprogramm.

3. Leihomas: Ja richtig gelesen. In Wien kann man sogenannte Leihomas suchen und finden. Auf der Plattform können sich Omas und Opas  ein Profil anlegen und sich kurz vorstellen. Neben den klassischen Konditionen kann man dort mehr über die Omas erfahren und auch sehen wie viel die pensionierte Babysitterin für ein Stunde verlangt. Eine originelle Hilfe für all jene Omas und Opas die gerne Zeit mit Kindern verbringen und all jene, die lang- oder auch kurzfristig einen Babysitter brauchen.   

 

Kennt ihr auch Projekte die sich auf ältere Menschen konzentrieren? Lasst uns wissen und kommentiert gerne unter diesem Beitrag! 

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Kommentare

Mein Tip ist zwar nicht aussschliesslich für ältere Menschen, aber auch für diese (und ebenso für jüngere!) bestens geeignet: ehrenamtliche Tätigkeit. Die Bandbreite ist riesig, und wer sich dazu entschliesst, freiwillig etwas für andere zu machen, kann aus einem grossen Angebot vieler unterschiedlicher Organisationen wählen.
Von Lernen mit Kindern bis zu Gartenarbeit, von Büroaushilfe bis zu Behindertenarbeit gibt es alles - man hilft anderen und macht sich selber Freude!

Diese Probleme werden schon lange vor man "alt" wird angelegt und finden hauptsächlich in engen Köpfen statt.
Wenn ich keinerlei Interessen habe, dann wirds halt eben zach und langweilig auf der welt.
Wenn ich jahrelang keine Freunde und Bekannten treffe, stimmt auch bei mir was nicht. Ich könnte mich ja auch mit Leuten abgeben, die ich noch nicht kenne und die eventuell noch viel interessanter sein können, als die die ich eh schon kenne.

Ja, das sehe ich auch so. Da gibt es wirklich viele Möglichkeiten, außerdem ist es eine win-win-Situation 😊

Seit 5 Jahren bin ich allein! Aber da sind so viele Interessen, daß ich als Seniorin meistens zu wenig Zeit habe: Lesen, Klavier spielen, kreativ sein im Haus und Garten, Literaturrunde, private Englischrunde,,ehrenamtliche Tätigkeit,Winter- und Sommersport etc. Ich bin sehr gerne allein, trotzdem würde ich mich über neue Kontakte freuen, um sich über die Dinge des Lebens auszutauschen !

Bin schon einige Zeit in Pension und würde mich über einen Kontakt sehr freuen.

Allein sein kann auch eine Bereicherung sein ,nämlich für sich selber !Es gibt eben verschiedene Persönlichkeiten ,von "Gesellschaftstigern" bis zum einsamen "Werwolf"!Natürlich wird es "einsam" ,wenn man unter Einsamkeit leidet !Ich bin gerne allein,natürlich nicht ausschließlich !"Wir schaffen das"?