Wenn der Nachbar kocht: Gazpacho alla Allan

Gespeichert von Angela am 31. August 2015 - 10:25
Tags: Lieblingsnachbarn, Essen

Nachbar Allan beim Kochen

Österreich is(s)t international! Angefangen hat es damit, dass ich italienische Bratwürste auf FragNebenan verschenkt habe. Die hatte ein polnischer Tänzer aus Norwegen hinterlassen. Daraufhin hat sich auch ein bengalischer Nachbar gemeldet. Da waren die Würste zwar schon weg. Wir haben uns trotzdem auf eine spanische Suppe getroffen. 

Du bist, was du isst

Allan isst und kocht gerne, vor allem mit Freunden, aber auch mit neuen Leuten. „Gemeinsam essen ist eine wunderbare Sozialisation.” Sich gut zu ernähren und gesund und gut zu leben ist für ihn sehr wichtig. „Jeder muss wissen, was er/sie für seinen Körper tut. Essen spielt eine wichtige Rolle, gesundheitlich wie spirituell. Für mich als Bengale/Inder hat essen auch mit Meditation zu tun. Es ist ein Prozess, ein vitaler, ein kulinarischer. Ich gebe meinem Körper etwas, das ist ein Ritual, die Art und Weise, wie ich das mache. Ich kann mich irgendwo hinsetzen und reinhauen ... Man lebt, man lebt sowieso, so oder so. Aber das kann man auch bewusst tun.

Weil er Ernährung für so wichtig hält, verknüpft er das auch mit seinem Beruf. Er studiert Sozialpädagogik und arbeitet mit vernachlässigten Kindern und Jugendlichen. Für Schulen bietet er Seminare, in denen er Kindern und Jugendlichen die kulturelle Vielfalt des Essens näher bringt. Dazu gehört auch schon der Prozess des Einkaufens. „Die Idee ist, eine gesunde jüngere Generation, die gesund älter wird. Davon profitiert auch der Staat. Wenn wir fördern, bewusster zu leben, wird es irgendwann weniger chronische Krankheiten geben. Und der Krankenkassenbeitrag wird vielleicht auch geringer. Es ist alles ein Prozess, das ist vielleicht nicht morgen, aber langfristig. Und vor allem: You are what you eat. Du bist, was du isst.

Allan hat selbst einen 12 Jahre alten Sohn. Mit seiner Partnerin hat er 20 Jahre zusammen gelebt, seit einem Jahr sind sie getrennt. 

Er macht auch Theater und Kabarett, hat indische klassiche Musik gelernt, also Gesang, bringt die Leute gern zum Lachen, macht gern Sport – Radfahren, Schwimmen, Fußball – und mag Gartenarbeit. Und natürlich Kochen. Darin ist er wirklich gut. Er hat Tourismus studiert, das war sein allererstes Studium. Und hat jahrelang fürs Shiatsu Institut gekocht, Makrobiotik-Seminare gemacht, über die Elemente Yin und Yang in der Ernährung gelernt, sich inspirieren lassen, was ein gutes Essen ausmacht. Mitunter kocht er schon einmal für 200 Leute. Und er kocht sich rund um die Welt mit multi-kulturellen Rezepten. Er hat in Thailand studiert. „Die Welt ist so groß, das Leben ist so kurz, da gibt es einiges zu probieren.” Zum Beispiel seine Gazpacho. 

Ein Rezept vom Nachbarn: Gazpacho

Gazpacho wird häufig im Hochsommer in Spanien gegessen. Sie wird üblicherweise kalt serviert. Grundzutaten dafür sind Tomaten, Zwiebeln, Kräuter und Melonen, eigentlich Wassermelonen. Aber ich gebe Zuckermelone dazu. Weil es besser schmeckt und ein schöner Kontrast ist. Rote Suppe und gelbe Melone. Die Tomaten sind aus meinem eigenen Garten”, sagt Allan und hackt flink Petersilie klein. Man sieht, er ist geübt. 

Zuerst habe ich die Tomaten im heißen Wasser gekocht. Vor dem Kochen muss man mit dem Messer bei jeder Tomate einen Kreuz-Stich machen, damit beim Kochen oder spätestens beim Blanchieren, beim Abschrecken, die Tomatenschale aufgeht. Ich hab die Tomaten circa 8 bis 9 Minuten lang gekocht, dann hab ich sie von der Flamme genommen, rausgenommen, mit kaltem Wasser abgeschreckt. Dann hab ich die Schale entfernt. Als nächstes hab ich in einem Topf kleingehacke Zwiebeln und Knoblauch in Rapsöl gebraten, nicht ganz braun werden lassen. Dann die geschälten Tomaten reingegeben und etwas Kochflüssigkeit der Tomaten, ca. 5 bis 7 Minuten kochen lassen mit guter Flamme. Dann kamen ein bisschen Kräuter der Provence dazu, man kann auch statt dem Thymian, Oregano oder Basilikum nehmen, schmeckt sehr gut. Abschmecken mit Salz, Pfeffer und den Saft von einer halben Limette, das ist ausreichend für 4 bis 5 Portionen. Dann hab ich die Tomaten mit einem Kartoffelstampfer zerdrückt. Damit man Suppenkonsistenz bekommt. Dann weitere 5 Minuten kochen lassen. Dann die Flamme ausgemacht. Anschließend ganz kleine fein geschnittene würfelförmige Zuckermelone und klein gehackte Petersilie reingehen. Mit einem Schuss Apfelessig verfeinern. Ein paar Minuten ziehen lassen. Dann Suppe mit Baguette servieren. Knoblauch, Kräuterbaguette oder auch neutral. Dazu passt auch sehr gut ein grüner Veltliner mit Mineral gespritzt. Und frischen Pfeffer und etwas Olivenöl über die Suppe geben.

Wir essen die Suppe lauwarm, „In Spanien essen die das eigentlich kalt. Aber ich mag diese kalten Suppen nicht so. Ich möchte meine Leber nicht erschrecken, die Leber braucht eine leichte Anregung, die auch das Verdauungssystem aktiviert. Milz, Magen, überhaupt mögen es warm.” 

Die Suppe schmeckt herrlich. Auch dank der selbst geernteten Tomaten aus der Lobau. Allan ist aktives Mitglied der Operation Grüner Daumen und hat dort eine kleine Parzelle. „Nahrungsmittel aus der Umgebung nehmen. Warum ist das so wichtig? Du bist auch ein Produkt der Umgebung. Du bist hier aufgewachsen, dein Körper ist hier angepasst, daher, Lebensmittel aus der Umgebung sind immer kompatibel. Eine Tomate aus der Lobau sollte dir besser passen als eine aus Brasilien. Sie haben eine ganz andere Information. Sowas spielt auch gesundheitlich eine Rolle.

Social Cooking

Allan überlegt, eine Social Cooking Gruppe auf FragNebenan zu gründen. Und wir wollen in Kontakt bleiben und vielleicht gemeinsam einen Event organisieren. Eines ist sicher: Es wird etwas Leckeres zu essen geben. 

Es war köstlich und sehr nett! Danke, Allan! 

Kommentare

Was für eine tolle Idee! Sowohl bei der Gruppe, als auch bei dem Event wäre ich gerne dabei, wenn es sich einrichten lässt :-) Ich freue mich schon auf Neuigkeiten dazu.

So eine Gruppe, wäre eine tolle Sache, bin daran sehr interessiert!

Tolle Idee - ich wäre auch an so eine Gruppe interessiert :)

Da wäre ich gerne dabei!

Wunderbar! Ich bin sowohl an der Gruppe, als auch an den Event sehr interessiert.
LG. Barbara/Stefanie

Meinte "an den Events"

Wäre auch gerne bei der Kochgruppe dabei!

Geniale Sache! Bitte auch mich weiter informieren!

Feine Sache! Bin gern dabei, bitte um Info!

Liebe Social Cooking Interessierte,
Allan hat gestern die Gruppe gegründet – ihr könnt ihr unter https://fragnebenan.com/group/171 beitreten.
LG Angela

Tolle Sache, so eine Gruppe würde mich auch brennend interessieren!

Es wäre mir ein innerliches Blumen pflücken bei so einer tollen Idee Teil sein zu können :) mit Liebe kochen und essen heißt für mich SEIN ;)

Liebe Stephanie,
ich hab dir gerade eine Einladung in die Gruppe geschickt. Am 30. Oktober findet der erste Event statt! Wäre schön, wenn du dabei bist!
LG Angela

klingt super!

Ja, auch ich bin an einer Vernetzung mit meinen Nachbarn interessiert.