Zero Waste! Leben mit Kindern

Gespeichert von Clara am 31. Oktober 2017 - 11:41
Tags: Nachhaltigkeit

Zero Waste leben mit Kindern

Geht Zero Waste mit Kindern überhaupt? 

Verpackung hat ja nicht nur den Zweck, Lebensmittel zu schützen - der viel größere Nutzen liegt in der Werbefläche, die sie schafft. Bei Kindern funktioniert diese Werbung leider besonders gut. Manche Süßigkeiten werden fast ausschließlich wegen der Verpackung und des Vergnügens beim Auspacken gekauft (ihr kennt sicher das berühmte Ei). Wie schafft man es nun, Kinder für den Zero Waste Lebensstil zu begeistern?

Zero Waste Kinder

 

Geht Zero Waste mit Kindern überhaupt?

Ja, Zero Waste Ikone Bea Johnson schafft es, mit (oder eher trotz) zwei Teenage-Söhnen nur ein kleines Einmachglas Restmüll (seht ihr das kleine Glas links von Bea?) zu erzeugen. Im Interview mit Zero Waste Austria hat Bea Johnson klar gemacht, dass sie als Mutter diejenige ist, die für die Einkäufe der Familie zuständig ist, daher hat sie es in der Hand, was gekauft wird. Außerdem hat sie ihren Kindern den Minimalismus von klein auf nahegebracht und vorgelebt, und die Kinder stehen hinter ihrem Lebensstil. 

Bea Johnson

(c) Zona Foto/ Coleman-Rayner


Alle, die es selbst probiert haben, wissen: in der Umsetzung ist es nicht immer so leicht, wie es klingt. 

 

Meine Erfahrungen mit meinen Kindern

Wir leben einen Kompromiss. Immer wieder dürfen meine zwei Kinder (6 und 8 Jahre alt) verpackte Süßigkeiten ins Einkaufswagerl legen, da ich der Überzeugung bin, dass sie die verpackten Naschereien sonst noch mehr möchten. Im Alltag kommen jedoch unverpackte Schuljausen und Snacks auf den Tisch und in die Schultasche. 

Die beliebtesten Jausen: 

  • in Streifen geschnittenes Gemüse (Gurken, Paprika, Karotten) oder Cocktailtomaten
  • sehr klein geschnittene Brotsandwiches (mit Marmelade, Käse, Frischkäse)
  • Trockenwürste (gibt es oft unverpackt am Markt oder in Zero Waste Shops zu kaufen)
  • Parmesanstücke
  • aufgeschnittenes Obst (Apfelscheiben mit Zitrone beträufeln, damit sie nicht braun werden, Banane mit Schale in Stücke schneiden), Trauben, Beeren
  • Cracker (selbstgemachte Käsesticks, Sesamstangerl, …)
  • Muffins (süß oder salzig) oder klein gewürfelte Kuchenstücke
  • Nüsse

 

Jause

(c) Helene Pattermann 

 

Um das viele Betteln nach Süßem am Nachmittag zu stillen, habe ich diese gesunden Snacks, die den kindlichen Heißhunger auf Süßes befriedigen: 

  • selbstgemachter Kakao
  • selbstgemachte Limonade
  • Pudding selber machen (spart Verpackung und Zucker)
  • Kekse auf Vorrat backen (macht nicht nur zu Weihnachten Spaß!)
  • Joghurt mit Kokosraspeln oder mit Marmelade 

 

 

Kleidung vom Flohmarkt als höchstes Qualitätskriterium

Es ist schön, wenn man bei kleinen Kindern das stolze Strahlen sieht, wenn sie etwas vom Flohmarkt bekommen haben. Wie kann man diese positive Einstellung zu Second Hand Mode aufrechterhalten? Kinder nehmen kleine Bemerkungen sehr feinfühlig auf und übernehmen so sehr schnell Einstellungen der Erwachsenen und Kinder, die sie in ihrem Umfeld hören. Daher muss man sich selbst oder anderen Familienmitgliedern manchmal kritisch hinterfragen. Wird nicht doch manchmal eine abschätzige Bemerkung über bereits getragene Kleidung gemacht? 

Die besten Argumente für Second Hand Kleidung:

  • “Das hat bereits deine Lieblingscousine getragen, das ist besonders wertvoll!”
  • “Stell dir einmal vor, wo dieses Kleid schon einmal war! Vielleicht war das auf Urlaub in Kroatien, wo sollen wir das Kleid auf Urlaub mitnehmen?”
  • neue Kleidung enthält oft giftige Stoffe, die Dinge vom Flohmarkt sind schon viel gesünder, da die giftigen Stoffe herausgewaschen worden sind
  • “Du kannst dir hier am Flohmarkt selbst mit deinem Taschengeld einen neuen Pulli kaufen“
  • “Was hältst du davon, wenn du Kleidung, die du nicht mehr brauchst, am nächsten Flohmarkt verkaufst und um dieses Geld kannst du dir dann selber was am Flohmarkt einkaufen?”

Zum Glück hat sich in den letzten Jahren viel getan, um Flohmärkte imagemäßig zu entstauben. Heutzutage kann man wirklich alles und in bester Qualität auf Flohmärkten oder oft auch sehr bequem online nach Größen sortiert gebraucht kaufen. Oder wie wäre es, gleich einen Kleidertauschkasten mit den eigenen Nachbarn einzuführen? Wenn man weiß, woher die Kleidung kommt, macht es eben noch mehr Spaß! 

Denn auch wenn es manchmal ein paar Hürden beim Umsetzen des Zero Waste Lebensstils mit Kindern gibt, ist es im Großen und Ganzen gar nicht so schwierig und eine kreative Herausforderung, die den Alltag mit Kindern sehr bereichert. Ohne einen Anspruch auf Perfektion gibt es eine große Anzahl an Möglichkeiten, wie der Zero Waste Gedanke im eigenen Leben und dem der Kinder umgesetzt werden kann. Nur Mut, jeder kleine Schritt in die richtige Richtung bringt uns weiter!


Über die Autorin: 
Helene Pattermann ist Mutter von zwei Töchtern und Gründerin von Zero Waste Austria. Auf www.zerowasteaustria.at findest du viele Tipps, Veranstaltungen und Projekte für ein Zero Waste Österreich! 

 

Wir bedanken uns für den schönen Gastbeitrag von Helene Pattermann! Hier geht es zum Beitrag von FragNebenan auf der Homepage von Zero Waste Austria. 

 

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