Zero Waste! Tipps für Haushalt und Hygiene

Gespeichert von Clara am 26. September 2018 - 10:26
Tags: Nachhaltigkeit

Zero Waste im Haushalt

Im Haushalt gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten zur Müllvermeidung. Beim Putzen gibt es viele kleine Tipps und im Badezimmer könnte man auf so einige Produkte verzichten. Bei den Zero-Waste-Tipps ist jedenfalls für jede und jeden was dabei, angefangen von Zahnbürsten aus Holz bis zur Herstellung von Reinigungsmitteln. Hier sind weitere Tipps welche wir aus der FragNebenan Nachbarschaft bekommen haben:

 

(c) Ein Jahr im Glas

 

Reinigungsmittel

Zum Putzen Zuhause eignen sich viele Hausmittel. Essig und Wodka sind zum Beispiel sehr vielseitig einsetzbar. Gemeinsam mit Salz entfernt Essig Kalkablagerungen. Verdünnt mit Wasser eignet er sich zum Putzen von Fenstern. Essig gemischt mit Backpulver ist besonders effektiv und hilft sogar gegen Ablagerungen in Rohren. Für dreckige Fenster hilft, dünn aufgesprüht, Wodka. Zum Abwischen nimmt man besser altes Zeitungspapier als Küchenrolle. Bei schlechten Gerüchen auf Oberflächen hilft eine Reinigung mit Essig und bei stinkenden Textilien kann Wodka aufgesprüht Wunder bewirken. Zur Reinigung von Metall eignet sich übrigens Kaffeesatz sehr gut.

Wer Putzmittel nicht selbst herstellen will, kann auf natürliche Produkte zum Nachfüllen zurückgreifen. Diese gibt’s zum Beispiel in der Füllbar in 1070 Wien.

Noch ein Hinweis: Zum Fensterputzen haben wir sogar schon mal ein Tipps von Nachbarn gesammelt: Zum Artikel


(c) Ein Jahr im Glas

 

Geschirrspülmittel

Geschirrspülmittel kann man sich relativ leicht selbst herstellen. So wird’s gemacht:

Rezept für Geschirrspülmittel für den Geschirrspüler:
300g Zitronensäure in Pulverform, 300g Waschsoda (nicht Kristallsoda), 300 Natron, 125g Spülmaschinensalz. Das alles vermischen und in einem luftdichtes Gefäß verschließen,     damit es keine Feuchtigkeit zieht.
Pro Waschgang 1-2 TL verwenden.

Rezept für Klarspüler
300ml Alkohol, 200 ml Wasser, 80g Zitronensäure
In einem Topf das Wasser erhitzen und die Zitronensäure auflösen. Die Mischung in eine leere Glasflasche füllen und den Alkohol dazugeben.


Mistkübel

Der Mistkübel kann mit Zeitungspapier ausgelegt werden oder einfach gleich ausgespült werden. Wenn man das nicht möchte, kann man kompostierbare Müllsackerl bzw. alte Plastiksackerl verwenden.

 

(c) Ein Jahr im Glas

Badezimmer

Keine Duschgels oder Duschbäder verwenden - kam ganz oft als Antwort! Seifen für Haut und Haare sind um einiges umweltfreundlicher und halten länger. In kleinen Organzabeuteln aufgehängt hat man auch gleich ein schäumendes Peeling. Und wer nach einem Produkt für alles sucht: Plaine ist Duschgel, Shampoo und Rasierschaum in Einem.

Zum Zähneputzen wird von vielen Nachbarn eine Zahnbürste aus Holz verwendet und Seifenstücke werden gegenüber Flüssigseifen bevorzugt. Als Ersatz für Wattepads kann man kleine Stoffpads nähen, die man dann einfach in der Waschmaschine mitwäscht. Zum Abschminken eignen sich waschbare Mikrofaser-Abschminktücher. Diese entfernen auch wasserfestes Make-Up. Außerdem empfehlen Frauen die Verwendung von Menstruationstassen, bekommt man zum Beispiel über Erdbeerwoche.

 

Deodorant

Deodorant kann man auch leicht selbst herstellen,

hier ein Rezept von Nachbarin Ilona:
3 EL Kokosöl mit 2 EL Stärke und 1 EL Natron vermischen, ca 10 Tropfen Limettenöl (rein ätherisch) und 2 Tropfen Teebaumöl untermischen.
Kokosöl pflegt und wirkt antibakteriell, Natron neutralisiert Gerüche, Salbei- bzw Limettenöl stoppt die Transpiration, das Teebaumöl verhindert dass sich Pilze oder Bakterien ansiedeln, die Stärke ist nur Träger und nimmt Feuchtigkeit auf. Wer zusätzlich 2 EL geschmolzenes Bienenwachs untermischt, bekommt eine feste Mischung für einen Stick.

 

No Poo - Haarewaschen

Als Shampoo Ersatz eignet sich Lavaerde oder Roggenmehl. Zum Haarewaschen mit Roggenmehl gibt es einige ausführliche Erfahrungsberichte. Vor der Umstellung mit einer Natron-Grundreinigung beginnen, das heißt 3x mit Natron die Haare waschen. Ab dann wird mit einer Roggenmehl-Wasser Mischung weitergemacht. Am Ende wird immer nochmals sauer nachgespült mit Essig- oder Zitronenwasser, das macht die Haare weich. Bei fettigem Haar kommt ein Eidotter ins Spiel und bei trockenem Haar wird Öl verwendet. Wer mehr dazu erfahren will, googelt am besten nach “No Poo” um diesbezüglich weitere Infos zu bekommen.

 

Sonstiges

Nachbarin Julia schreibt: “Geschenkverpackungen, Gummiringerl, Schachteln und Schächtelchen, Nylonsackerl (von Obst und Gemüse, wenn nötig), Eierschachteln, brauchbare Flaschen aufheben und wiederverwenden. Ich brauche dadurch sicher ein Zwanzigstel an Verpackungsmaterial im Vergleich zu früher. (Teilweise noch weniger.) Und ich habe KEIN riesiges Sammellager mit diesen Dingen, sondern nur das Nötigste.”

 

Vielen Dank an www.einjahrimglas.at für die schönen Fotos!

 

Wie du rund ums Essen Müll vermeiden kannst und welche Zero-Waste-Gruppen es auf FragNebenan gibt, erfahrt ihr unter Zero Waste! Tipps fürs Einkaufen, Kochen und Essen. Wer hat noch weitere Tipps und Tricks? Und wer hat schon mal ein Deo selbst gemacht? Oder macht sowieso alle Reinigungsmittel selbst? Erzählt uns von euren Erfahrungen, wir freuen uns!

 

 

 

Orte: 

Kommentare

Hallo,
als passionierte Abfallexpertin freue ich mich total, wenn andere sich für die Sensibilisierung ihres Umfeldes zu Müllreduzierung einsetzen. Danke dafür!! Ein bisserl trage ich auch in der Nachbarschaft bei, habe letztens im Rahmen der Bespielung einer Grätzeloase im 17. einen Workshop zu Abfallvermeidung im betrieb und privat halten dürfen.
Und jetzt eine Detailfrage, welchen Rasierer welcher Marke empfielst du?
Bestes, Any

geniale Tipps. Vielen Dank. Einzig beim Haarewaschen denke ich klingt das für viele zu umständlich? Eine gute biologische Haarwaschseife (zB Olive) geht auch wunderbar und ist keine "Patzerei". Anmerkung: für Haare und Kophaut ist es besser zu bürsten als zu waschen. Mit einer reinen Naturbürste 100 x täglich die Kophaut bürsten. Dadurch werden die Poren frei und man hat auch im Alter noch dichtes schönes Haar (beim Waschen mit synthetischen Waschmittel verkleben die Poren und das ist u.a. der Grund ,warum heute alte Frauen keine dichten Haare mehr haben.. Gruß Ingrid

Ich finde Abfallvermeidung und Umweltbewußtsein gut, aber (tierische) Lebensmittel in Kosmetikprodukten? Das schaut vielleicht nett im Kompost aus, aber das schont weder Umwelt noch Tiere oder Geldbörsel.

Es ist so wichtig, möglichst wenig Chemie im Haushalt zu verwenden und den Müll zu reduzieren. Ich verwende seit Jahren selbstgemachtes Waschmittel aus Kernseife und Waschsoda für unseren 5-Personen-Haushalt. Kostet minimal und ist super! Wir waschen uns mit einer Naturseife und meine Kosmetik kommt aus wiederbefüllbaren Glasbehältern. Als Deo verwende ich Kokosöl mit Natron - wirkt perfekt! Mit dem selbstgemachten Geschirrspülmittel bin ich allerdings nicht zufrieden gewesen, das Geschirr wurde zwar sauber, aber sehr schlierig.

Da ich gerade angefangen habe, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, finde ich es super, hier auf diese Tipps zu treffen! Feine Sache!

Ich hab auch erst vor ein paar Wochen durch einen Vortrag mit dem Umdenken begonnen und finde diese Seite genial. Vielen Dank - tolle Tipps und durch die Fotos und Links sehr schön gestaltet. Jede kleine Umstellung ist besser als gar nichts zu ändern.

Ich mache mein Waschmittel schon jahrelang selbst. Roßkastanien sammeln, vierteln und trocknen. In ein 1 Liter Schraubglas eine handvoll getrocknete Kastanien geben, mit Wasser auffüllen. Schütteln und 1 Tag stehen lassen. Beim Schütteln sieht man schon, dass sich durch die in den Kastanien enthaltenen Saponine Schaum bildet. Nach einen Tag abseihen und ca. 1/4 l zur Wäsche geben. Wenn grobe Flecken dabei sind, gebe ich etwas Waschsoda dazu. Ich brauche auch keinen Weichspüler, weil die Wäsche nicht hart wird.
Wenn man die Kastanien wieder trocknet, kann man sie ca. 5 x wieder verwenden.
Kostet nix, es entsteht kein Müll und Chemie wird auch vermieden.

Danke

Ich habe heuer ein (span. Hausmittel) Haarelexier zur Stärkung der Haare (bei dünnen Haaren)und Beibehaltung der eigenen Haarfarbe kennen gelernt:
3-4 Stämme Rosmarin in ca 1/4 l Wasser aufkochen, über Nacht stehen lassen, Stämme entfernen, abseien u. in eine Sprüflasche füllen. Fertig!! Hält ca 3 Wochen im Eiskasten;
Ins gewaschene, noch leicht feuchte Haar einmassieren - dann wie bisher vorgehen, nach jeder Haarwäsche verwenden!!
Auch gegen Haarausfall!!

Meine mühsam geschälten und geviertelten Kastanien sind alle schimmelig geworden!

Wow, vielen Dank für euer Feedback und die weiteren Tipps :) Wir freuen uns!
Liebe Grüße, Clara

Liebe Nachbarn
hier zwei links, die hilfreich sein könnten:
www.beechange.com
http://sevie.at/ - kann die shampoo bar sehr empfehlen.
Liebe Grüße
Maria

Danke

Ich habe auch Facebook eine Gruppe die sich mit dem Thema auseinandersetzt!

https://www.facebook.com/groups/1436362893060490/

Die Kastanien müssen, wenn man sie länger aufbewahren will, gut getrocknet weden. So kann mann si auch zu Pulver vermahlen.

Hallo Johanna, wenn du Schimmel vermeiden willst (gilt auch für Kaffesud und anderes), immer ins Licht stellen. Die Pilzchen vertragen nämlich kein blaues Licht!
LG Peter

Manches ist mir zu kompliziert, aber das eine oder andere werde ich versuchen.
Danke für die Tipps!
Ich verwende schon lange nur tierversuchsfreie, vegane Kosmetik und Putzmittel - somit ohne Chemie. Allerdings fällt Müll an, den ich prinzipiell trenne. Plastiksäckchen finden mehrfache Verwendung. Z. B. beim Einkauf von Obst u. Gemüse. Da kleben dann schon mal 5 Etiketten übereinander. Alles was ohne Säckchen möglich ist, nehme ich ohnehin ohne zusätzliche Verpackung.